Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten

Komma-Blog, Teil 4

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Komma_4

Infinitivgruppen haben schon manchen zum Kommahasser gemacht. Dabei lassen sich die Regeln auf ein praktisches und merkbares Maß eindampfen. Schau hier:

  1. Die Grundform des Verbs nennt man Infinitiv: gehen, bleiben, lesen, denken, brauchen, sein …
  2. Wenn man den Infinitv um das Wort «zu» erweitert, wird daraus eine Infinitivgruppe.
  3. Wenn du die Infinitivgruppe um weitere Wörter erweiterst – ja, auch um «um» und «ohne» -, trennst du meistens das gesamte Konstrukt durch Kommas ab. Wenn die erweiterte Infinitvgruppe mitten im Satz steht, bekommt sie vorn und hinten ein Komma. Also
    Um Bücher zu lesen, setze ich mich an den Tisch. (hinter der Infinitivgruppe)
    Anna ging in die Sauna, um die Erkältung zu bekämpfen. (vor der Infinitivgruppe)
    Hans drehte sich um und verließ, ohne zurückzuschauen, sein Elternhaus. (vor und hinter der Infinitivgruppe)

Wenn du diese Kommas setzt, bist du schon ziemlich gut. Noch besser wirst du, wenn du diese Ausnahmen beachtest:

Ausnahme 1: Kein Komma wird gesetzt, wenn das Verb mit einem sog. übergeordneten Hilfsverb, also «sein»,«haben» und «werden», kombiniert ist. Ganz ehrlich, das klingt auch gar nicht nach Komma:

  • Diese Patienten sind nicht ruhigzustellen.
  • Die Mieter haben die Türen nach 18.00 Uhr abzuschließen.
  • Die Prüfung wird einfach zu bestehen sein.

Ausnahme 2: Kein Komma wird gesetzt, wenn die Infinitivgruppe unmittelbar von den Verben «brauchen», «scheinen» und «pflegen» abhängig ist.

  • Du brauchst die Blumen nicht täglich zu gießen. [Aber: Ich brauche eine Brille, um die kleine Schrift zu entziffern.]
  • Anna scheint abgenommen zu haben. [Aber: Die Sonne scheint, um uns zu erfreuen.]
  • Mein Vater pflegte nach dem Essen spazierenzugehen. [Aber: Er pflegt die Tante, um ihre Millionen zu erben.]

Wenn du alt genug bist, um dich an die Rechtschreibreform zu erinnern, oder dein Lehrer dir etwas von Kann-Regeln bei der Kommasetzung erzählt hat, dann bist du jetzt vielleicht ein bisschen verwirrt. Ist es wirklich so einfach??

Hm – jein. Es gibt Kannregeln, und die sind ganz schön umfassend. Nur: Wenn du die Regeln wie oben beschrieben anwendest, machst du nichts falsch. Bei Studis online gibt es die detaillierte Erklärung mit netten Beispielen. Vielleicht magst du reinschauen?

Autor: Roswitha Menke

Roswitha ist im richtigen Leben Texterin, Erzählerin, Trau-Frau. Wenn du wirkungsvolle Worte für deine PR-Arbeit und Werbung suchst, bist du bei ihr richtig. Auch wenn du für deine Konferenz oder dein Fest jemanden suchst, der ungewöhnliche Geschichten mitreißend erzählt, ist sie die Richtige. Sie leitet außerdem Trau- und Abschiedszeremonien - herzlich und einfühlsam. Mehr über ihr Angebot findest du auf www.roswithamenke.de.

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