Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten

Stāsti krēslā – Geschichten in der Dämmerung. Teil 9

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Meine Reise zum Erzählfestival nach Valmiera, 6. bis 9. Oktober 2016

Drumherum

Es sei sicher, hatte Guntis ein paar Tage vor meiner Abreise geschrieben, dass ich freundschaftlich aufgenommen würde. Das darf man getrost als Untertreibung bezeichnen! Wer immer ein paar Worte Deutsch konnte, kramte sie heraus. Bei jeder Veranstaltung hatte ich jemanden zur Seite, der/die für mich übersetzte. Und wenn mein Gehirn (inkl. Gesichtsausdruck) sich ob all der akustischen, optischen, olfaktorischen Eindrücke mal abstellte, dann erntete ich ein verständnisvolles Lächeln und hatte Ruhe. Es kam mir schon nach wenigen Stunden so vor, als würde ich einfach dazu gehören.

Das mag auch daran liegen, dass die Gruppe darauf achtete, gemeinsam Schönes zu erleben. So wurden wir am Freitagabend von einigen Studentinnen der Tourismusfakultät in Empfang genommen und zu einem magischen Spaziergang eingeladen. Bitte keine Handtaschen, Regenschirme und hohen Absätze, hieß es. Dann bekam jeder eine Kastanie als Glücksbringer für die Manteltasche und einen weißen Stoffstreifen, um die Augen zu verbinden. Wir hörten eine Liebestragödie, die sich genau an diesem Ort in Valmiera zugetragen haben sollte. Dann erklangen näher und entfernter Flötentöne, und circa 15 Menschen mit verbundenen Augen setzten sich, geführt von den Studentinnen, Hand in Hand in Bewegung. Unter den Füßen nasses Gras, Kies, Teer, Kopfsteinpflaster, Holzboden. Eine Treppe rauf. Noch eine. Als wir die Augenbinden wieder abnehmen durften, standen wir auf einer kleinen Holzplattform. Kerzen brannten. Wir hörten das Ende der Geschichte. Ob der Regen gestört hat? Ob es kalt war? – Nö.

Am Samstag gab es zwei Stationen auf dem Weg von Valmiera zum Oleru-Hof: Zunächst besuchten wir das Grab von Jēkabs Māsēns, der die Werke bedeutender Dichter wie Homer, Dante und Goethe ins Lettische übersetzt hat. Gleich nebendran ist der See Burtnieks, auf dessen Grund der Sage nach das Schloss der Weisheit steht. Zum Glück war es zu kalt um zu tauchen.

Danach haben wir auf einem Bauernhof (http://www.adzelviesi.lv/) etwas über Hanfanbau und -verarbeitung erfahren. Und, ja, wir haben auch Hanfprodukte gekostet … ohne THC :).

Autor: Roswitha Menke

Roswitha ist im richtigen Leben Texterin, Erzählerin, Trau-Frau. Wenn du wirkungsvolle Worte für deine PR-Arbeit und Werbung suchst, bist du bei ihr richtig. Auch wenn du für deine Konferenz oder dein Fest jemanden suchst, der ungewöhnliche Geschichten mitreißend erzählt, ist sie die Richtige. Sie leitet außerdem Trau- und Abschiedszeremonien - herzlich und einfühlsam. Mehr über ihr Angebot findest du auf www.roswithamenke.de.

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