Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


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Montagmorgen #113: … und plötzlich

Plötzlich ist es Herbst, Pulloverwetter, heizungskühl, morgendunkel. So richtig gemerkt habe ich das in der Schweiz bei einer Hochzeit auf 2.148m Höhe, als Petrus plötzlich den Heizpilz ausgeschaltet hat. Aber … das muss sich in den Tagen und Wochen davor doch schon abgezeichnet haben. Vermutlich habe ich es nicht gemerkt oder nicht merken wollen. Ich nehme dieses „Plötzlich“ als Aufforderung, aufmerksamer und wacher durch die neue Woche zu gehen. Denn Überraschungen sind nur manchmal schön, nicht wahr?


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Montagmorgen #87: Einfache Antworten?

Wie schön wäre es, wenn Politikerinnen und Politiker einfach sagen könnten: „Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht, und ich denke intensiv darüber nach. Dabei helfen mir … „. Vermutlich wäre das sogar ehrlich.

Aber auch die klügsten Politiker*innen und Wissenschaftler*innen und die leistungsstärksten Computersimulationen wissen nicht, wie du, deine Familie und Freunde, dein Arbeitgeber aus dieser Situation herauskommen. Darum wünsche ich dir, dass du Zeit findest, um für dich zu sorgen. Was brauchst du wirklich? Was braucht deine Familie, deine Freunde? Welches Stückchen kannst du, kann ich beitragen, damit es irgendwo ein wenig leichter wird?

Es ist faszinierend zu sehen, was im Netz veranstaltet wird. Und es gibt noch so viel mehr, was niemand ins Netz stellt. Dinge, die einfach so, offline passieren und die mindestens ebenso intensiv wirken. Danke dafür! Komm gut durch die Tage und Wochen und bleib gesund!


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Montagmorgengeschichte. Die Dreißigste.

Und wieder: Die Bahn. Und meine Intuition. Letzten Freitag habe ich nicht auf meine Intuition gehört (mal wieder!). Die Folge: Ich war eine gute halbe Stunde später als geplant dort, wo ich hin wollte – also kein Ding! Andere Menschen hören auf ihre Intuition und retten damit Leben. Das gibt mir zu denken und ich frage mich, wie ich besser auf mich hören kann.


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Lauschen

Seit ich im «Bardic Handbook» diese Lauschübung gelesen habe, kann man mich immer wieder mal mit geschlossenen Augen irgendwo stehen oder sitzen sehen beim Versuch, alles zu «erhören», was um mich herum Laut gibt. Wenn man glaubt, es sei ganz still, dann ist da immer noch etwas, und wenn es das Blut ist, das in den Ohren rauscht.

An einem sonnigen Frühlingsnachmittag ist es wahrscheinlich nirgendwo still, aber das, was mich empfängt, als ich über die Deichkrone komme, das klingt richtig nach Lärm. Kein Meeresrauschen. Gänsegeschnatter. Ein Konzert, das alles zu übertönen scheint, dabei sind die Tiere noch ein paar hundert Meter entfernt.

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Wie ist es wohl, wenn man mitten unter ihnen ist? Ich gehe langsam auf die Tiere zu. Sie scheinen mich gar nicht zu beachten. Dann der Moment, wo ich wohl zu nahe bin. Die erste Gruppe flattert auf, die Schreie klingen anders, ein paar hundert Flügel setzen die Luft in rauschende Bewegung. Noch sechzehn Schritte, dann starten die nächsten. Ein Stück hinter mir lassen sie sich wieder nieder, nur wenige fliegen weiter weg.

Nein, «mitten unter sie» komme ich nicht, um ihrem Geplauder zu lauschen. Da ist ein magischer, gänseloser Kreis um mich herum. Aber außerhalb davon sind sie links und rechts von mir, vor, hinter, über mir.

Augen zu. Was höre ich noch? Neue Stimmen plötzlich. Dunkler, ruhiger, «gemach, gemach» scheinen sie zu rufen, legen einen Bassteppich unter das Schnattern. Augen auf, Augen hoch. Ein Schwanenpaar, elegant, fast gewaltig. Dann sind sie auch schon weg. Es war ihnen wohl zu laut.

Ich gehe auf die andere Seite des Deichs. Vogelstimmen treten aus dem Geschnatter hervor, die Sänger hingegen bleiben verborgen. Mein Augen schauen auf den Weg, mein Kopf stimmt das Kinderlied an: Heile, heile …

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… in hundert Jahr’n ist alles weg.