Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


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Montagmorgen #142: Taktisch kluges Tempo

Manche Menschen finden, ich rede zu langsam. Andere finden, gerade mein langsames Sprechtempo helfe ihnen, ihre eigenen Gedanken zu sortieren und selbst langsamer und durchdachter zu reden. Wieder andere sagen mir, sie kennen niemanden, der/die so redet wie ich.

Ich habe mich daraufhin beim Reden beobachtet und gemerkt: Wenn ich nicht ganz sicher bin, wie meine Ausführungen weitergehen sollen, dann reduziere ich mein Sprechtempo. Sobald ich dann weiß, was ich sagen will, gebe ich wieder Gas.

Ab sofort mache ich das ganz bewusst … und – zack! – das Reden macht noch mehr Spaß als sonst.


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Bummeln

Drei Stunden Zugfahrt … es ist so still. Auf der alten Gartenbank unter dem Vordach steht der Karton mit den neuen Flyern. Hier vertraut man einander und wohl auch dem Wetter. Ich bin froh, dass es nicht geregnet oder geschneit hat, seit der DPD-Mensch das Paket abgestellt hat.

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Der Sonntag ist trüb, windig, eisig. Spazierengehen, habe ich gelernt, ist hier nicht en vogue. Auf der Insel, da tue man das. Ja, manchmal. Wer von der Insel aufs Festland zieht, verlernt es. Die Alternative: SpazierenFAHREN. Ich kurve durch die Dörfer auf der deutschen Seite der Grenze; die Läden in den größeren sind geöffnet: Alkohol und Süßes für die Dänen. Auf der dänischen Seite ein Trödelmarkt in einem alten Bauernhaus. Unmengen Geschirr, schön nach Farben sortiert.

Warum nicht nach Rømø? Da kann man, heißt es, mit dem Auto bis auf den Strand fahren, und es sieht aus, als klare der Himmel auf. Es ist Ebbe. Als ich merke, dass ich auf dem Damm zwischen Festland und Insel fahre, bin ich schon fast drüben. Die Teerstraße geht unversehens in den Strand über. Der Sand ist fest, das Wasser weit weg. Ich könnte bis da raus fahren; einige tun es. Ich will aber gar nicht. Auto abstellen und los. Der Wind peitscht einen dünnen Vorhang aus Sandkörnchen Richtung Wasser, ich lasse mich treiben, unter meinen Gummistiefeln knirscht der Sand, dann immer wieder mal Muscheln, die fein zermahlen in breiten Streifen über den Sand verteilt sind. Ich finde keine Begründung dafür; es ist auch niemand da, den ich fragen könnte.

Egal, es gibt auch Muscheln, die dem gigantischen Mahlwerk entronnen sind. Natürlich hebe ich ein paar Pfahlmuscheln auf: potenzielle Salzlöffelchen. Danach noch eine Runde über die Insel, das Freizeitressort mit Golfplatz, der Fischereihafen. Über den Damm zurück und … herrlich: eine heiße Schokolade und ein Stück Bienenstichtorte im Café Zollhaus.