Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten


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Montagmorgen #46: Co-Working bei der Kulturwoche

Musik, Malerei, Mündliches … die Wentorfer Kulturwoche vom 14. bis 23. Juni 2019 hat eine Menge zu bieten. Mit-Organisatorin Alexa Binnewies hatte eine ganz besondere Idee: Sie macht ihren Garten in dieser Woche bei schönem Wetter zum Co-Working-Space, und ich werde dort arbeiten.

Erzählen werde ich in dieser Woche übrigens auch. Wenn du Lust hast, Geschichten zu hören, komm doch am Donnerstag (20. Juni) um 19 Uhr ins oxhoft Weinlager an der Hauptstraße 6e und hör dir den Balladensch(w)atz an. Wir freuen uns auf dich.


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Montagmorgengeschichte #40 -Alles neu macht der Mai?

Nie, nie, nie wollte ich Märchenerzählerin sein. Und dann haben sich die Märchen doch in mein Repertoire eingeschlichen. Herzlich willkommen, liebe Märchen! Was hat sich in dein Leben eingeschlichen und gehört jetzt ganz selbstverständlich dazu?

Interessiert dich „meine“ Kombination aus Märchen, Weisheitsgeschichten, Literatur und Sagen? Dann komm doch zum Zuhören am Donnerstag, 9.5.19 um 19.30 Uhr ins Café the Vintage in Reinbek. Ich freu mich drauf!


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Einladung zum Lauschen

Drei (oder mehr) Berufe zu haben, ist toll. Mein Leben ist ein Tanz zwischen Technik und Mythen, zwischen Klausur am Schreibtisch und persönlichen, intensiven Kontakten, zwischen Organisieren und mich-Einlassen.

Klar, bringt mich das manchmal ins Schwitzen. Das ist auch gut so.

Im Augenblick tanze ich gerade mit der Kunst und freue mich, mein Märchenprogramm Russenkuss zu präsentieren. Ein Stückchen davon habe ich schon meiner Webcam erzählt. Guck mal …

Wenn du alles hören willst, dann komm am

22. Juni um 20 Uhr
ins Chapeau St. Georg, Lange Reihe 94, Hamburg

Deinen Platz reservierst du am besten per E-Mail, SMS oder Anruf (0172 211 94 82)

Bis bald!!!


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Begeistert!

Vor langer, langer Zeit, vor gut einem Jahr fragte mich eine Lehrerin, ob ich sie bei einem Schulprojekt unterstützen könne. Ihre Schule führe ein Projekt «Lernfamilie» durch, in dem Schüler aus der 1. bis 6. Klasse ein Jahr lang an einem Projekt arbeiteten. Sie – als Handarbeitslehrerin – plane, mit ihrer elfköpfigen Mädchengruppe ein Buch aus Putzlappen zu gestalten. Es fehle noch die Geschichte für das Buch, und sie habe gehört, ich hätte da so einen Geschichtenbaukasten…

Stimt, ich arbeite mit dem Geschichtenbaukasten von Helga Gruschka. So entstand die Geschichte von der kleinen Malerin Pampelmus vom Nadelfluss, die ihre Bilder so gern in der Stadt im Museum zeigen wollte.

Heute, viele Monate später lag in meinem Briefkasten ein dicker Umschlag. Die Lehrerin, Jacqueline Bättig hatte auch für mich ein Putzlappenbuch gemacht. Ein Kunstwerk! … Seht selbst:


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Leute

Beim Lesen frage ich mich oft, wie diese Romanhelden so leicht «neue» Leute kennenlernen. Meist werden sie einfach weitergereicht und, zack, haben sie einen dramaturgisch brauchbaren Bekanntenkreis.

Und ich? Enno stellt mich den Nachbarn vor, schickt mich zu Elke, in die Niebüller Stadtbibliothek, nach Sylt zu Jens-Uwe (wo ich noch nicht war) …, Micaela schickt mich zu Linde, Monika schickt mich zu Werner. Überall viel, viel Freundlichkeit, Interesse, Spaß am Austausch, Lust, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Zum Beispiel: Die Weinvertikale in Neumünster duftet noch nach frischem Holz, weil sie gerade erst eingerichtet und eröffnet wurde. Sie gehört Werner. Weil Werner nicht nur Wein verkauft, sondern Veranstaltungen rund um Wein anbietet, reden wir natürlich über Weinproben und Erzählen … am 14. April um 19 Uhr. Mehr dazu folgt an dieser und an anderen Stellen, und du darfst den Termin gerne schon in deiner Agenda vermerken.

Zwei Menschen betreten den Laden. Der Herr, der sein Fahrrad neben dem Schaufenster abgestellt hat, stellt einige Fragen, schaut sich dann um. Größere Weinmengen auf dem Rad zu transportieren, da ist man sich schnell einig, wird schwierig. Die Frau braucht Wein für eine Veranstaltung; sie und Werner kennen einander. Die beiden stehen an dem langen Tisch, konzentieren sich auf zwei Weine … eher mild oder lieber rustikal?

Ich beobachte den «Fahrrad-Kunden», der von Regal zu Regal schlendert, schaut, liest, nickt. Als er an mir vorbei geht, strahlt er mich an: «Das, was hier steht, findet man nicht überall. Fantastisch!» Dann ist er verschwunden.

Werner stellt mich der Frau als Geschichtenerzählerin vor, erzählt vom 14. April. Sie betreibt in Hamburg eine Bar, leitet Jazz-Festivals und hat so viele Fragen zur Erzählkunst, dass wir bestimmt noch öfter miteinander reden werden.

Irgendwie ist es doch wie in den Romanen und Geschichten!

 

 


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Es war 1001 Mal – eine Buchempfehlung

Es war nicht vor langer, langer Zeit, sondern genau am letzten Tag des Jahres 2015. Ein Tag, an dem wohl nur in der Schweiz die Post ausgetragen wird. Da lag es im Briefkasten, verpackt in einem stabilen braunen Umschlag: „Es war 1001 Mal – Märchenreisen durch Leben und Welt“ mit Texten von Margarete Wenzel und Illustrationen von Anita Ortner.

Ja, ja, eigentlich macht man am Silvesternachmittag andere Dinge, aber die Verlockung war zu groß. Und das Sonnenblumenfeld auf dem Titel mit dem Jungen, der im roten Kapuzenpulli auf einer Blüte hockt, zog mich magisch an. Mehr als 40 kurze und längere Märchen aus aller Welt möchten gelesen werden, werden gelesen.

Margarete Wenzel, Märchenerzählerin, Autorin, Philosophin, Seminarleiterin aus Wien, hat die Märchen nicht nur gesammelt. Sie hat sie auch, wie sie im Vorwort erläutert, verinnerlicht, erneut in eine mündliche Erzählsituation überführt. Wer diese Märchenfassungen liest, glaubt sofort, was Margarete im Vorwort sagt: Sie hat die Stoffe anhand „innerer Bilder“ gelernt, „erforschte die Dynamik der Handlung, befragte Erfahrungswerte und recherchierte zu historischen und kulturellen Tatsachen“.

Da bekommt man so manche kleine Erklärung wie nebenher geliefert, eine Geschichte wird verständlich(er), weil man in einem Nebensatz Hintergründe erfährt. Anderes, wahrscheinlich viel Wichtigeres, erschließt sich durch den Inhalt der Geschichten. Was geschieht, wenn ich mich ganz und gar in mein Tun vertiefe, so wie es der ewige Maler tut? Muss ein Drachentöter immer die Prinzessin heiraten? Was denkt eigentlich die Prinzessin über einen Retter, der gern unabhängig bleiben möchte?

Wir erfahren, wie weise vermeintliche Dummheit sein kann, gehen mit den Märchenhelden über verschlungene, gefährliche, lehrreiche Lebenswege, lernen, wie viel Gutes der Tod hat, werden beim Lesen hungrig und satt und dürfen uns Mal für Mal auf das Wunder des Erzählens einlassen.

Nicht nur für Erzählerinnen und Erzähler spannend: Die Geschichten hinter den Geschichten, die in diesem Buch deutlich mehr zu bieten haben, als es Quellenangaben gemeinhin tun.

Dazu gibt es zu jeder Geschichte eine Illustration von Anita Ortner, in die man sich mit großem Vergnügen versenken und die Geschichte vor-, nach- oder miterleben kann. Oder man kann sie ganz anders ansehen: als eigene, eigenständige Geschichten!

Ich wünsche mir von Herzen, dass viele Menschen die Welt der Märchen über dieses Buch neu oder wieder entdecken. Vielleicht auch deshalb, weil die eine oder andere Geschichte mit Sicherheit in mein Repertoire schlüpfen wird und ich mich schon jetzt auf den Austausch mit meinen Zuhörerinnen und Zuhörern freue.

Es war 1001 Mal
Margarete Wenzel und Anita Ortner
Tyrolia-Verlag.at
ISBN 978-3-7022-3488-