Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


2 Kommentare

Warum oder wie?

Facebook hat was. Zum einen verbringe ich viel Zeit, Dinge zu lesen oder anzuschauen, die ich sonst nicht anschauen würde. Vielleicht zu viel Zeit. Ein bisschen erinnert mich das an diese Aussage über Werbung: Die Hälfte des Geldes, das man für Werbung ausgibt, ist für die Katz. Leider weiß keiner, welche Hälfte. Und ich weiß, dass ich jetzt nachschauen könnte, wer das gesagt hat, aber dann würde dieser Post nie fertig.

Ich weiß also nicht, welche zehn Minuten, die ich zu lange auf Facebook rumhänge, ich mit anderen Dingen verbringen muss, um dennoch ein Video wie dieses da sehen zu können:

http://www.scientificamerican.com/article/why-is-there-something-instead-of-nothing-video/

Der nette Wissenschaftler erklärt erst mal, dass die Frage falsch sei: Es gehe nicht um „warum“. Die Frage sei viel eher „wie“. Also: Wie entsteht etwas aus nichts?

Gilt das immer?

Warum bist du gestern so spät nach Hause gekommen? bedeutet also: Wie hast du es geschafft, gestern so spät nach Hause zu kommen?

Warum ist WordPress heute so schrecklich langsam? könnte heißen: Wie machen die das bei WordPress, dass ich diesen Artikel nicht fertig schreiben kann. Und ich wechsle zur Textverarbeitung. Schreibe den Post fertig und kopiere ihn mit „copy & paste“ hierher. Ganz einfach. Schon ist die Lösung da.

Ich erinnere mich an meinen Coachingkurs. Da haben wir auch gelernt, dass „warum“ nur selten zum Ziel führt. Zumindest nicht dorthin, wo unsere Klienten hinwollen.

Probier das doch mal im Alltag: Ersetze eine Warum-Frage durch ein „Wie“ oder ein „Wozu war das gut?“ Wetten – deine Gespräche kriegen eine ganz neue und viel bessere Qualität.