Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


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Montagmorgen #68: Spionin oder Undercover

Diese Montagmorgengeschichte handelt nur scheinbar von der Hochzeitsmesse Herz an Herz in Neumünster. Eigentlich geht es darum, wie ich in die Welt gehe: Als das, was ich (im Moment) bin, oder in einer anderen Rolle, versteckt hinter einer Fassade. Meine gestrigen Erfahrungen als „erklärte Spionin“ haben mir jedenfalls viele gute, offene Gespräche und Erkenntnisse gebracht. Ich habe Ideen und Inspirationen bekommen, die niemand mit mir geteilt hätte, wenn ich in der Rolle der Pseudo-Braut oder Pseudo-Brautmutter aufgetaucht wäre. Ich habe „blonde“ Fragen stellen können und ganz offene Antworten erhalten. Ich habe gelernt. Danke darum allen „Lehrerinnen und Lehrern“, die ich gestern beobachten durfte.

Die schicke Karikatur stammt übrigens von Bianca Stuck. Und mein Hinweis am Ende des Videos bezieht sich auf die Erzählkunstveranstaltung Lametta-Alarm am Donnerstag, 21. November, 19.30 Uhr im Kulturzentrum SerrahnEINS, Serrahnstraße 1 in Hamburg-Bergedorf. Du kannst deine Karten im Vorverkauf bestellen. Ich freu mich auf dich!


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Montagmorgen #49: Timing

Manchmal kann man sein Timing beeinflussen. Manchmal ist es einfach möglich, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Manchmal nicht. Dann kann man nur dankbar sein, wenn „es“ trotzdem klappt. So wie am vergangenen Samstag…


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Trau-Frau. Momente (m)eines Traumberufs.

Gegen Ende der letzten Hochzeitssaison bat Traumich-Gründer Mike Bucher (www.traumich.ch und www.traumich.de) uns, über einen einzigen, besonderen, berührenden Moment der Hochzeiten der vergangenen Saison zu schreiben. Kurz, bitte. Einen einzigen, besonderen Moment aus allen Hochzeiten herauspicken? Nein, da weigere ich mich!

Jede Zeremonie hat ihre berührenden, einzigartigen Momente. Da drückt die Brautmutter ihrem Schwiegersohn vor der Zeremonie ein Eisspray in die Hand, damit die Ringe sich an dem glutheißen Tag tatsächlich auf die Finger schieben lassen. Da reckt der Bräutigam beim Rauslaufen die Faust hoch, als habe er den größten aller Siege errungen. Da hebt das Kind der werdenden Eheleute beim Klang der Musik strahlend das Köpfchen und beginnt zu „dirigieren“. Da wischt die Braut ihrem Mann nach dem Kuss als erstes den Lippenstift ab. Oder ich muss die Zeremonie wegen Regen unterbrechen und die Gäste einladen, samt Stuhl in den Saal umzuziehen. Oder die Sängerin hört auf zu singen, weil die Tränen der Braut sie selbst rühren. Oder die Braut überreicht ihrem Liebsten beim Eheversprechen ein Cupcake und fragt die Gäste: „Habt ihr das Strahlen in seinen Augen gesehen?“ … Es hört nicht auf! Und ganz ehrlich: Bei jedem „Du bist mein bester Freund. Ich liebe dich.“ stehen mir noch immer die Tränen in den Augen.

Mich überwältigt das große Vertrauen, das die Paare mir entgegen bringen. Ich bin für sie eine Fremde, doch geben sie mir ganz tiefe Einblicke in ihr Leben … nach nur wenigen Stunden. Viele berührende Augenblicke erlebe ich schon in den Vorgesprächen.

Tja, und dann die Gäste … Gäste, die nach der Zeremonie zu mir kommen und sagen, dies sei das erste Mal gewesen, dass sie bei einer Hochzeit wirklich zugehört hätten. Oder: Dies sei die schönste Hochzeit, die sie je erlebt hätten.

Freie Trauungen sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sich das Ja-Wort geben. Für mich und das Traumich-Team beginnt jetzt die Hauptsaison. Ich freue mich auf neue Bilder, neue Begegnungen, neue Erlebnisse. Trau-Frau ist ein Traumberuf. Mein Herz ist in den letzten zweieinhalb Jahren ein Stück gewachsen.

*Beitragsbild und Bilder 3-7: hochzeitsfotograf-ag.ch;
Bilder 8-10: Julie Wagner, bywagner.com;
Bilder 1-2: Ioannis Kaltirimtzis