Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten


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Montagmorgen #62: Leidenschaften und Webseiten

Alle paar Jahre taucht die Frage wieder auf, ob ich nicht unglaubwürdig sei, wenn ich mich auf derselben Webseite als Texterin und Storytelling-Spezialistin für technische Produkte, komplexe Produktionstechniken und erklärungsbedürftige Dienstleistungen einerseits und als Erzählerin und Rednerin andererseits präsentiere. Gestern Abend war es wieder mal soweit. Die Folge: eine fast schlaflose Nacht. Wie ich mich entschieden habe und warum gerade so, erzähle ich dir hier.
Ich freue mich, wenn du mir erzählst, wie du mögliche „unterschiedliche Identitäten“ unter einen Hut bringst.


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Montagmorgen #48: Entscheidungen manifestieren

Heute gehe ich in Bern zur Fremdenpolizei (=Einwohnermeldeamt für Ausländer*innen), um mich endgültig aus Bern und aus der Schweiz abzumelden. Damit wird eine Entscheidung, die ich schon lange getroffen habe, offiziell und endgültig.
Ein bisschen fühle ich mich dabei wie ein Hochzeitspaar, das jetzt ganz offiziel „ja“ zueinander sagen möchte. EIGENTLICH ändert sich nichts, und gleichzeitig ändert sich doch ganz viel; ein öffentliches Ja mit Brief und Siegel ist mehr als das Ja, das man einander sagt.
Wer weiß, was diese offizielle Abmeldung heute mit mir macht? Wer weiß, wie es einer Braut, einem Bräutigam mit ihrem und seinem offiziellen Ja geht? Wer weiß, wie es dir mit deinen Entscheidungen geht? Ich bin gespannt 🙂


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Montagmorgen #47: Momentane Methoden

Wie „mache“ ich eigentlich einen Text? In den Computer tippen? Von Hand schreiben? Dem Diktiergerät erzählen? – Bei mir funktionieren alle drei Methoden, aber leider nicht immer und vor allem nicht gleichzeitig. Die paar Minuten, die ich mir gönne, um drüber nachzudenken, welche Methode sich HEUTE aufdrängt, lohnen sich aber. Ich komme schneller „ins Tun“ und habe zumindest das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Was liegt eigentlich alles in deiner „Methodenkiste“?


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Montagmorgengeschichte. Die Achtzehnte.

Wenn eine eine Reise tut, dann kann sie was erzählen. Ich bin letzte Woche viel Bahn gefahren und habe dabei eine Zugbegleiterin (oder Zugchefin?) erlebt, die 128 Minuten Verspätung zum Erlebnis gemacht haben. Wie schön, wenn jemand seine Arbeit so gern tut!


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Ein Lob des Lobs des Lobens

Vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag ist mein Frühstück ein besonderes Ereignis. Dann liegt nämlich der «Andere Adventskalender» neben meiner Tee- oder Kaffeetasse, und nach dem ersten Schluck geht’s los: Ich blättere um und schlage die Doppelseite für den heutigen Tag auf. Zuerst betrachte ich das Bild – ein Foto, eine Illustration, eine Kollage. Dann lese ich den Text, und zwar Wort für Wort von links oben nach rechts unten. Ich gebe mir große Mühe, den Namen der Verfasserin / des Verfassers erst ganz zum Schluss zu lesen.

Heute auch. Heute las ich ein Lob des Lobens. Wie schwierig und gleichzeitig bereichernd es sei, Menschen einfach so zu loben: Die Kassiererin im Supermarkt für ihr Tempo, die Frau im Café für ihre Schuhe, den Mann, an dessen Garten man vorbeispaziert, für seine Rosen. Wer immer den Text geschrieben hatte, hatte das Loben in New York gelernt.

Ja, das mit dem Loben, die Freude am Loben und die Noch-mehr-Freude am Gelobt-Werden, kenne ich auch. Ich hab das nicht in New York gelernt, sondern in der Schweiz. Nein, Herr und Frau Schweizer loben nur in äußersten (äusserten!) Ausnahmefällen auf der Straße oder im Supermarkt. Aber sie klatschen am Ende eines Volleyballtrainings Beifall, sie suchen nach dem Vortrag oder dem Seminar eher nach guten als nach mäßigen Punkten. Vermutlich geschieht das nicht aus Freude am Lob, sondern eher, weil das öffentliche Kritisieren so unangenehm ist.

Nur: Wenn du dich bewusst auf die guten, schönen, stimmigen Seiten einer Situation oder eines Menschen konzentrierst, bekommst du bessere Laune. Plötzlich kommen ein Lächeln, ein Danke oder gar ein Lob zurück. Dann wird’s richtig schön, und Loben macht richtig Spaß.

Die Autorin des heutigen Beitrags im Anderen Adventskalender ist übrigens Meike Winnemuth. Die (besser: deren Buch «Das große Los») habe ich hier am 9. Juli schon mal gelobt. Heute tu ich’s wieder. Danke, Meike, toller Text!


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Begeistert!

Vor langer, langer Zeit, vor gut einem Jahr fragte mich eine Lehrerin, ob ich sie bei einem Schulprojekt unterstützen könne. Ihre Schule führe ein Projekt «Lernfamilie» durch, in dem Schüler aus der 1. bis 6. Klasse ein Jahr lang an einem Projekt arbeiteten. Sie – als Handarbeitslehrerin – plane, mit ihrer elfköpfigen Mädchengruppe ein Buch aus Putzlappen zu gestalten. Es fehle noch die Geschichte für das Buch, und sie habe gehört, ich hätte da so einen Geschichtenbaukasten…

Stimt, ich arbeite mit dem Geschichtenbaukasten von Helga Gruschka. So entstand die Geschichte von der kleinen Malerin Pampelmus vom Nadelfluss, die ihre Bilder so gern in der Stadt im Museum zeigen wollte.

Heute, viele Monate später lag in meinem Briefkasten ein dicker Umschlag. Die Lehrerin, Jacqueline Bättig hatte auch für mich ein Putzlappenbuch gemacht. Ein Kunstwerk! … Seht selbst: