Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten


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Montagmorgen #48: Entscheidungen manifestieren

Heute gehe ich in Bern zur Fremdenpolizei (=Einwohnermeldeamt für Ausländer*innen), um mich endgültig aus Bern und aus der Schweiz abzumelden. Damit wird eine Entscheidung, die ich schon lange getroffen habe, offiziell und endgültig.
Ein bisschen fühle ich mich dabei wie ein Hochzeitspaar, das jetzt ganz offiziel „ja“ zueinander sagen möchte. EIGENTLICH ändert sich nichts, und gleichzeitig ändert sich doch ganz viel; ein öffentliches Ja mit Brief und Siegel ist mehr als das Ja, das man einander sagt.
Wer weiß, was diese offizielle Abmeldung heute mit mir macht? Wer weiß, wie es einer Braut, einem Bräutigam mit ihrem und seinem offiziellen Ja geht? Wer weiß, wie es dir mit deinen Entscheidungen geht? Ich bin gespannt 🙂


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Montagmorgen #47: Momentane Methoden

Wie „mache“ ich eigentlich einen Text? In den Computer tippen? Von Hand schreiben? Dem Diktiergerät erzählen? – Bei mir funktionieren alle drei Methoden, aber leider nicht immer und vor allem nicht gleichzeitig. Die paar Minuten, die ich mir gönne, um drüber nachzudenken, welche Methode sich HEUTE aufdrängt, lohnen sich aber. Ich komme schneller „ins Tun“ und habe zumindest das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Was liegt eigentlich alles in deiner „Methodenkiste“?


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Montagmorgengeschichte. Die Achtzehnte.

Wenn eine eine Reise tut, dann kann sie was erzählen. Ich bin letzte Woche viel Bahn gefahren und habe dabei eine Zugbegleiterin (oder Zugchefin?) erlebt, die 128 Minuten Verspätung zum Erlebnis gemacht haben. Wie schön, wenn jemand seine Arbeit so gern tut!


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Ein Lob des Lobs des Lobens

Vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag ist mein Frühstück ein besonderes Ereignis. Dann liegt nämlich der «Andere Adventskalender» neben meiner Tee- oder Kaffeetasse, und nach dem ersten Schluck geht’s los: Ich blättere um und schlage die Doppelseite für den heutigen Tag auf. Zuerst betrachte ich das Bild – ein Foto, eine Illustration, eine Kollage. Dann lese ich den Text, und zwar Wort für Wort von links oben nach rechts unten. Ich gebe mir große Mühe, den Namen der Verfasserin / des Verfassers erst ganz zum Schluss zu lesen.

Heute auch. Heute las ich ein Lob des Lobens. Wie schwierig und gleichzeitig bereichernd es sei, Menschen einfach so zu loben: Die Kassiererin im Supermarkt für ihr Tempo, die Frau im Café für ihre Schuhe, den Mann, an dessen Garten man vorbeispaziert, für seine Rosen. Wer immer den Text geschrieben hatte, hatte das Loben in New York gelernt.

Ja, das mit dem Loben, die Freude am Loben und die Noch-mehr-Freude am Gelobt-Werden, kenne ich auch. Ich hab das nicht in New York gelernt, sondern in der Schweiz. Nein, Herr und Frau Schweizer loben nur in äußersten (äusserten!) Ausnahmefällen auf der Straße oder im Supermarkt. Aber sie klatschen am Ende eines Volleyballtrainings Beifall, sie suchen nach dem Vortrag oder dem Seminar eher nach guten als nach mäßigen Punkten. Vermutlich geschieht das nicht aus Freude am Lob, sondern eher, weil das öffentliche Kritisieren so unangenehm ist.

Nur: Wenn du dich bewusst auf die guten, schönen, stimmigen Seiten einer Situation oder eines Menschen konzentrierst, bekommst du bessere Laune. Plötzlich kommen ein Lächeln, ein Danke oder gar ein Lob zurück. Dann wird’s richtig schön, und Loben macht richtig Spaß.

Die Autorin des heutigen Beitrags im Anderen Adventskalender ist übrigens Meike Winnemuth. Die (besser: deren Buch «Das große Los») habe ich hier am 9. Juli schon mal gelobt. Heute tu ich’s wieder. Danke, Meike, toller Text!


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Begeistert!

Vor langer, langer Zeit, vor gut einem Jahr fragte mich eine Lehrerin, ob ich sie bei einem Schulprojekt unterstützen könne. Ihre Schule führe ein Projekt «Lernfamilie» durch, in dem Schüler aus der 1. bis 6. Klasse ein Jahr lang an einem Projekt arbeiteten. Sie – als Handarbeitslehrerin – plane, mit ihrer elfköpfigen Mädchengruppe ein Buch aus Putzlappen zu gestalten. Es fehle noch die Geschichte für das Buch, und sie habe gehört, ich hätte da so einen Geschichtenbaukasten…

Stimt, ich arbeite mit dem Geschichtenbaukasten von Helga Gruschka. So entstand die Geschichte von der kleinen Malerin Pampelmus vom Nadelfluss, die ihre Bilder so gern in der Stadt im Museum zeigen wollte.

Heute, viele Monate später lag in meinem Briefkasten ein dicker Umschlag. Die Lehrerin, Jacqueline Bättig hatte auch für mich ein Putzlappenbuch gemacht. Ein Kunstwerk! … Seht selbst:


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Jungfrau-Erzählfestival – Tipps für eine Freundin mit Familie

Du fragst, welche Veranstaltung beim Festival ich dir empfehlen könnte? – Das ist schwierig. Denn alle sind auf ihre Art super gut. Schauen wir mal:

Doris_FaceRoswitha_2_Face
Fang doch am Freitag (6.Februar) mit einem Lady’s Abend an: Doris und ich haben ab 18 Uhr ein schönes Programm mit Berg- und Talfahrten, da kann man am Ende sogar mitsingen. Eintritt: 20 Franken, Ort: Saal Niesen im Hotel Chalet Oberland, Interlaken.

Jörg_FaceHedwig_FaceAriane_Face
Ab 20 Uhr wird’s dann – am selben Ort – totaaaaaal witzig: Jörg und Hedwig mit ihrer Kofferbühne, und Ariane mit ihren wunderschönen Geschichten auf Französisch, bei denen man prima mitreisen kann. Wenn du eine Übersetzerin brauchst, schau ich, dass du eine findest. Der Eintritt hier: 25 Franken – dafür gibt’s zu Beginn noch eine echte Grossrätin, die das Festival offiziell eröffnet.

Hertha_FaceMartin_Face
Oder du gönnst dir einen Geschichtenbummeltag am Samstag, 7. Februar: Von 11 bis 12 Uhr bei der Feuerschale auf dem Marktplatz lauschst du den Gratwanderungen von Hertha Glück und Martin Niedermann, dann ne Stunde shoppen, dann  die Erzähler im Las Rocas hören. Es sind zwanzig Frauen und Männer aus der ganzen Schweiz, pro Stunde erzählen fünf – da gibt’s also viel Gutes für die Ohren, und der Kaffee ist auch fein. Eintritt am Samstag tagsüber: alles, was du freiwillig in die Kollektehüte schmeisst 🙂

dann einen schönen Spaziergang …

Martin_FaceJörg_Face
… und von 18 bis knapp 19.30 Uhr hörst du Martin und Jörg zu. Die beiden sind sehrsehrsehr unterschiedlich und richtig gut, vor allen Dingen, wenn sie Sagen und Geschichten aus den Bergen und vom Meer erzählen. Der Eintrittspreis ist hier pro Person 20 Franken. Danach schaust du, dass du eine Bratwurst oder ein Sandwich kriegst und dass die Geschichten von Meeresspiegel und Alpenkamm gut sacken, denn …

Ariane_FaceDoris_FaceHedwig_FaceHertha_FaceRoswitha_2_Face
… denn ab 20.00 Uhr sind fünf schräge Weiber auf der Bühne. Passend zum Titel des Festivals werden sie auch von Jungfrauen erzählen. Und von Witwen, Weisen, Madonnen, Königinnen, Hexen, … Kosten für eine Person 25 Franken. Ach ja, du findest uns wie am Vorabend im Saal Niesen, Hotel Chalet Oberland, Interlaken.

Silvia_FaceMartin_Face
Oder Ihr könnt einen Familien-Sonntagsausflug ins Auge fassen. Die Geschichten von Silvia Studer-Frangi und Martin Niedermann und die Musik der Berner Barden werden auch den Kindern gefallen. Und wenn’s zu lang wird, könnt ihr immer noch gehen. Kostet pro Person 65 Franken – und auch das Frühstück ist so richtig mhhhh. Zeit und Ort der Handlung: Sonntag, 8.2., 11 bis 14.30 Uhr, Saal Veranda, Hotel Chalet Oberland, Interlaken.

Wie jetzt – du kannst dich nicht entscheiden? Wir haben auch Pässe fürs ganze Festival, richtig schicke Stoffbändeli mit Stickerei und Plastikplombe: Das gelbe (Freitag/Samstag) für 80 Franken, das blaue (inkl. Sonntag) für 140 Franken. Bestellen kannst du jetzt gleich per E-Mail an mail@jungfrau-erzaehlfestival.ch.

Ich freu mich auf dich, und die anderen freuen sich mit mir!