Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


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Montagmorgen #142: Taktisch kluges Tempo

Manche Menschen finden, ich rede zu langsam. Andere finden, gerade mein langsames Sprechtempo helfe ihnen, ihre eigenen Gedanken zu sortieren und selbst langsamer und durchdachter zu reden. Wieder andere sagen mir, sie kennen niemanden, der/die so redet wie ich.

Ich habe mich daraufhin beim Reden beobachtet und gemerkt: Wenn ich nicht ganz sicher bin, wie meine Ausführungen weitergehen sollen, dann reduziere ich mein Sprechtempo. Sobald ich dann weiß, was ich sagen will, gebe ich wieder Gas.

Ab sofort mache ich das ganz bewusst … und – zack! – das Reden macht noch mehr Spaß als sonst.


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Montagmorgen #137: Pause

Keine Angst, die Montagmorgengeschichten gehen weiter. Aber ich werde in dieser Woche öfter bewusst Pausen machen. Warum, das erzähle ich in diesem Video. Vielleicht findest auch du einen Weg zu DEINER guten Pause?

Eine gute Woche für dich und alle um dich herum!


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Montagmorgen #136: Vorfreude

Die Sonne scheint, in Schleswig-Holstein öffnen die Geschäfte wieder, morgen um 14 Uhr habe ich ein Rendez-vous mit meiner Lieblingsfrisörin, und am Donnerstag erzähle ich online im Rahmen der Afterwork-Storys (http://afterworkstory.de/) bei den Sprechwerkern eine alte japanische Sage. Wenn das nicht Grund zur Vorfreude ist?!

Worauf freust du dich in dieser Woche? Und … möchtest du vielleicht beim Afterwork-Storytelling am Donnerstag, 11.3. um 19 Uhr dabei sein. Damit kommst du hin – ganz gratis (Meeting-ID: 878 9738 4824, Kenncode: 357917).

Eine gute Woche wünscht dir,
Roswitha


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Montagmorgen #115: Werbung für Nina

Seit ein Fotograf in Bern mich mal aufgefordert hat, mich beim Fotografiert-Werden auf eine Stuhllehne abzustützen, stehe ich ganz gern vor der Kamera. Seit ich Geschichten erzähle, ist es für mich eher schwierig, vor einer Kamera still zu stehen, was nicht so gut für die Ausbeute ist.

Tja, und nun sind meine Haare seit der letzten Fotosession kürzer geworden, eine andere Brille hab ich auch, die Falten sind ein bisschen tiefer … du weißt schon: Zeit für neue Bilder. Gerade rechtzeitig kam der Tipp von Christiane aus Basel (sic!), die mir eine Fotografin in Hamburg empfahl – Nina Grützmacher.

Da war ich letzte Woche, und das, was ich dir hier im Video erzähle, kann nur ganz rudimentär wiedergeben, was ich erlebt habe. Wenn DU neue Bilder brauchst, probiere es aus. Es lohnt sich garantiert!


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Montagmorgen #105: Erstmal verarbeiten

Meine Kollegin Karin Wedra (https://www.karinwedra.de/) hat letzte Woche einen Vortrag zum Personal Storytelling gehalten. Sie hat darauf hingewiesen, dass man zwar oft und gern persönliche, selbst erlebte Geschichten erzählen soll. Bei deren Auswahl sei allerdings Sorgfalt angebracht: Nur solche Geschichten seien geeignet, die man selbst gut verarbeitet habe und bei denen man sicher sein kann, dass die Emotionen beim Erzählen nicht hochkochen würden.

Genau das ist der Grund, warum ich am Montagmorgen oft KEINE Geschichte aus der unmittelbar vergangenen Woche erzähle, sondern eher eine, die schon etwas älter ist.

Ich wünsche dir, dass du diese Woche Geschichten erlebst, die dich bewegen, die du verarbeiten und dann irgendwann toll erzählen kannst!


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Montagmorgen #77: Geschichten verändern sich

Die Geschichte, um die es heute geht, habe ich 2012 im Geschichtenladen in Bern zum ersten Mal erzählt und zum Glück auch aufgenommen. Danach habe ich sie noch zwei- oder dreimal erzählt … jedes Mal ein bisschen anders. Nun also ein weiteres Mal.

Die Augenzeugen, die ich anfangs noch befragen konnte, sind inzwischen tot. Die wenigen Briefe, die die Beteiligten geschrieben haben, sind schon vor 2012 im Müll gelandet. Ich muss mich also auf Erinnerungen und Sekundärliteratur verlassen. Dabei verändert sich auch mein Blick auf die Geschichte. Welche Folgen hat das wohl fürs Erzählen? – Ich bin gespannt.


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Montagmorgengeschichten: Schon fast ein Jahr

 

Es begann am Telefon. Ich gestand, dass mir schon Aufträge entgangen sind, weil ich kein Buch geschrieben habe. Ellen Gürtler, die kluge Frau am anderen Ende der Leitung fragte nach und packte schließlich eine Idee aus: „Wenn du kein Buch und keinen Blog SCHREIBEN willst, dann ERZÄHL doch einen Blog – jeden Montagmorgen eine Geschichte!“

Mir fielen auf Anhieb 1327 Gründe ein, warum das nicht geht. Aber die kleine Stimme irgendwo in Bauch, Herz oder Kopf blieb hartnäckig: „Probier es doch einfach mal!“

So saß ich am 6. August 2018 früh morgens hübsch geschminkt vor dem Computer, kämpfte mit der Beleuchtung und erzählte schließlich der Kamera, warum ich dort saß. Seither gehe ich aufmerksamer durch die Welt: Ist diese Begegnung Ausgangspunkt für die nächste Montagmorgengeschichte? Soll ich über jenes Buch sprechen?

Manchmal habe ich Stichworte notiert, manchmal eine ganze Geschichte aufgeschrieben. Erzählt habe ich meist etwas ganz anderes, nämlich das, was mich gerade im Moment des Erzählens, wenn das leidige Beleuchtungsproblem für diesmal gelöst war, bewegte. Erstaunlich: Es gab immer ein Thema – eine Antwort, die ich in der vergangenen Woche gefunden hatte, eine Frage, die offen geblieben war. Und der Gedanke an die, die mir zuhören: „Wie ist das denn bei dir?“ oder „Ich wünsche dir für diese Woche…“

Tatsächlich habe ich in jeder der letzten 50 Wochen eine Geschichte erzählt, manchmal erst mittags oder abends, einmal, glaube ich, erst am Dienstag. So viel Disziplin hätte ich mir nie zugetraut, und darum bin ich ein wenig stolz auf mich. Auf mich? Könnte es sein, dass ich tatsächlich vom regelmäßigen Geschichtenerzählen profitiert habe? – Tatsächlich!

Montagmorgengeschichten zu erzählen, das ist ein bisschen wie träumen. Es hilft beim Verarbeiten dessen, was mich beschäftigt. Heute erzähle ich öffentlich Montagmorgengeschichten. Und mir selbst erzähle ich Dienstags-, Mittwochs-, Donnerstags-, … Sonntagmorgengeschichten. Geschichten, die sich vordrängen, die danach schreien, erzählt zu werden, zumeist solche, die mich belasten:  Ich möchte mich beschweren, jammern, klagen; ich sollte verkünden, wie XY mich verletzt hat, sollte meine Entscheidungen und die Wege dahin kundtun oder, oder, oder. Aber nein: Persönliche Konflikte gehören nicht ins Web, Bahnabenteuer erst, wenn ich wieder drüber lachen kann, und, ja, manche Entscheidung möchte ich für mich behalten. Also erzähle ich mir die Geschichte selbst. Laut. Jawoll, manchmal vor dem Computer. Ganz oft sind  die Themen danach „gegessen“. Ich muss nichtmehr stundenlang nach Antworten suchen, investiere meine Energie nicht in „was wäre gewesen, wenn“-Überlegungen, finde eine Handlungsalternative, die sich erst durchs Aussprechen zeigt. Montagmorgengeschichten sind auch Selbstfürsorge.

Und sie sind – ein ganz anderer Aspekt! – ein prima Training. „Sprache entsteht durch Sprechen“ hat unser Erzähllehrer immer gesagt. Seit 50 Wochen spreche ich mindestens einmal pro Woche in die Kamera. Ich kann mich beobachten, sehe und höre, wie ich atme, ob ich genügend Pausen mache, in denen ich mich tatsächlich entspanne, wie oft ich die Augen schließe, wie viele „Unds“, „Sos“, „Eigentlichs“ ich benutze. Wenn mir das, was ich sehe, nicht gefällt, mach‘ ich’s einfach nochmal. Die „Rampensau“ in mir hat Spaß daran.

KEINE meiner Geschichten ist übrigens „viral gegangen“ (was für ein Wort!). Einige haben zu anregenden 1:1-Gesprächen geführt; den einen oder die andere konnte ich auf eine neue Idee bringen. Wenn ich einen einzigen Menschen pro Woche berührt oder angeregt habe, genügt das. Und so führt mich meine wichtigste Erkenntnis an den Ausgangspunkt zurück. Ich will wirklich kein Buch schreiben, und „viral“ ist mir zu groß. Fein, kompetent und persönlich, so möchte ich arbeiten, die Geschichten meiner Kunden, ihrer Produkte, ihrer Leistungen in Worte fassen, ihnen helfen, ihre Geschichten selbst zu erzählen. Sie haben eine solche Geschichte? – Dann lassen Sie uns darüber reden. Einfach nicht am Montagmorgen 😉

Am Montagmorgen möchten vielleicht auch Sie ein Tage- oder Wochenbuch erzählen. Vielleicht möchten auch Sie sich herausfordern oder sich auf die Spur kommen? Schalten Sie die Kamera an ihrem Computer ein, sehen Sie zu, dass ihre Brille nicht spiegelt und ihr Gesicht nicht halb im Schatten liegt, und los! Was immer dabei heraus kommt: Es lohnt sich, über den eigenen Schatten zu springen.


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Montagmorgen #50: Nähe und Distanz

Die „Gänge“ in der Lübecker Altstadt sind Kleinode: Winzige Häuschen an schmalen Gängen, die sich hinter Einfahrten in ehemaligen Hinterhöfen verstecken. Die Häuser sind bunt bemalt, die Gänge liebevoll mit Blumen, Pflanzen, Tischen, Stühlen und Kunstwerken geschmückt, und ich habe jedes Mal, wenn ich dort bin, das Gefühl, ich betrete den privaten Raum anderer Menschen.
Mich erinnert das an Gespräche, die ich mit anderen führe – im beruflichen Kontext z. B. mit Hochzeitspaaren, denen ich ja sehr private Fragen stellen darf oder gar stellen muss, aber auch privat. Wie nah darf ich den Menschen treten? Wie intensiv darf ich in ihr Küchen-, Badezimmer- oder gar Schlafzimmerfenster schauen? Woran merke ich, ob näher kommen darf, näher kommen will?
Woran merkst du so etwas? Und was tust du, wenn jemand deine Grenze überschreitet? Hier gibt’s wieder ein paar neugierige Montagmorgenfragen für die kommende Woche.


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Montagmorgen #45: Wie fängst du an?

Wenn man mit Leuten ins Gespräch kommt, die Ähnliches tun wie man selbst, entstehen manchmal interessante Fragen. So wollte der junge Radiomoderator, den ich letzten Samstag bei einer Hochzeit traf, wissen: „Wie fängst du denn deine Storys an, wenn du solche technischen Themen hast?“ … Ja, ja, wir waren nicht mehr beim Thema Hochzeit, sondern bei den PR- und Werbethemen, mit denen ich mich als Texterin befasse! …

In kürzester Zeit waren wir uns einig, dass wir beide die gleiche Technik benutzen, nämlich Storytelling. (Ach was?!?!?!) Auch wenn du ein hoch komplexes Thema behandeln musst, spricht ja gar nichts dagegen, deinen Leser*innen den Einstieg leicht zu machen. Mit zwei, drei Sätzen,

  • die zeigen, wie das Thema sich im Leben des Lesers auswirkt
  • die uns mitnehmen zu einer Erfahrung eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen
  • die eine Frage aufwerfen, über die man sich eher selten Gedanken macht

lässt du Frau Leserin und Herrn Leser sanft in deinen Artikel hineinrutschen. Das gilt übrigens auch für Vorträge und Präsentationen. Probiere es doch mal aus.