Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten


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Lesetipp: Lars Vollmer

Ich lese nicht so häufig Blogs und Kolumnen. Sorry! Manchmal lasse ich mich aber  verführen, und so bin ich irgendwann bei einem Sprach- und Gedankenverführer gelandet, bei Lars Vollmer. Diesen Beitrag hatte ich heute in meiner Mailbox … und ich teile ihn mit dem klaren Ziel, dich auch zum Lesen und Denken zu verführen.

Der letzte Satz des Beitrags lautet übrigens:

Der Komplexität gerecht werden, indem die Sprache präzise wird, ist eine Form des Erwachsenseins.

I like http://larsvollmer.com/planung-ist-fuer-kinder-ueber-die-macht-der-flutschbegriffe/


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Leute

Beim Lesen frage ich mich oft, wie diese Romanhelden so leicht «neue» Leute kennenlernen. Meist werden sie einfach weitergereicht und, zack, haben sie einen dramaturgisch brauchbaren Bekanntenkreis.

Und ich? Enno stellt mich den Nachbarn vor, schickt mich zu Elke, in die Niebüller Stadtbibliothek, nach Sylt zu Jens-Uwe (wo ich noch nicht war) …, Micaela schickt mich zu Linde, Monika schickt mich zu Werner. Überall viel, viel Freundlichkeit, Interesse, Spaß am Austausch, Lust, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Zum Beispiel: Die Weinvertikale in Neumünster duftet noch nach frischem Holz, weil sie gerade erst eingerichtet und eröffnet wurde. Sie gehört Werner. Weil Werner nicht nur Wein verkauft, sondern Veranstaltungen rund um Wein anbietet, reden wir natürlich über Weinproben und Erzählen … am 14. April um 19 Uhr. Mehr dazu folgt an dieser und an anderen Stellen, und du darfst den Termin gerne schon in deiner Agenda vermerken.

Zwei Menschen betreten den Laden. Der Herr, der sein Fahrrad neben dem Schaufenster abgestellt hat, stellt einige Fragen, schaut sich dann um. Größere Weinmengen auf dem Rad zu transportieren, da ist man sich schnell einig, wird schwierig. Die Frau braucht Wein für eine Veranstaltung; sie und Werner kennen einander. Die beiden stehen an dem langen Tisch, konzentieren sich auf zwei Weine … eher mild oder lieber rustikal?

Ich beobachte den «Fahrrad-Kunden», der von Regal zu Regal schlendert, schaut, liest, nickt. Als er an mir vorbei geht, strahlt er mich an: «Das, was hier steht, findet man nicht überall. Fantastisch!» Dann ist er verschwunden.

Werner stellt mich der Frau als Geschichtenerzählerin vor, erzählt vom 14. April. Sie betreibt in Hamburg eine Bar, leitet Jazz-Festivals und hat so viele Fragen zur Erzählkunst, dass wir bestimmt noch öfter miteinander reden werden.

Irgendwie ist es doch wie in den Romanen und Geschichten!

 

 


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Warum oder wie?

Facebook hat was. Zum einen verbringe ich viel Zeit, Dinge zu lesen oder anzuschauen, die ich sonst nicht anschauen würde. Vielleicht zu viel Zeit. Ein bisschen erinnert mich das an diese Aussage über Werbung: Die Hälfte des Geldes, das man für Werbung ausgibt, ist für die Katz. Leider weiß keiner, welche Hälfte. Und ich weiß, dass ich jetzt nachschauen könnte, wer das gesagt hat, aber dann würde dieser Post nie fertig.

Ich weiß also nicht, welche zehn Minuten, die ich zu lange auf Facebook rumhänge, ich mit anderen Dingen verbringen muss, um dennoch ein Video wie dieses da sehen zu können:

http://www.scientificamerican.com/article/why-is-there-something-instead-of-nothing-video/

Der nette Wissenschaftler erklärt erst mal, dass die Frage falsch sei: Es gehe nicht um „warum“. Die Frage sei viel eher „wie“. Also: Wie entsteht etwas aus nichts?

Gilt das immer?

Warum bist du gestern so spät nach Hause gekommen? bedeutet also: Wie hast du es geschafft, gestern so spät nach Hause zu kommen?

Warum ist WordPress heute so schrecklich langsam? könnte heißen: Wie machen die das bei WordPress, dass ich diesen Artikel nicht fertig schreiben kann. Und ich wechsle zur Textverarbeitung. Schreibe den Post fertig und kopiere ihn mit „copy & paste“ hierher. Ganz einfach. Schon ist die Lösung da.

Ich erinnere mich an meinen Coachingkurs. Da haben wir auch gelernt, dass „warum“ nur selten zum Ziel führt. Zumindest nicht dorthin, wo unsere Klienten hinwollen.

Probier das doch mal im Alltag: Ersetze eine Warum-Frage durch ein „Wie“ oder ein „Wozu war das gut?“ Wetten – deine Gespräche kriegen eine ganz neue und viel bessere Qualität.