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Montagmorgen #117: Abbrechen oder Aufhören?

Auf Ebay-Kleinanzeigen biete ich seit gestern meine Golfsachen an. Driver und Kleidung sind schon weg. Ich höre mit der Golferei auf. Und das, obwohl ich vor ein paar Jahren hier geschrieben habe, wie toll es ist, Dinge zu tun, die ich nicht kann.

Wo ist der Unterschied zwischen Abbrechen und Beenden? Muss ich mich schämen, weil ich mit einer Sache anfange und sie dann wieder beende? Wann ist Beenden „vorzeitig“? Und schafft es nicht Raum für Neues, wenn ich etwas konsequent beende? Fragen über Fragen für diese Woche!


Ein Kommentar

Kannichnich, und …

Was Klavier- und Golfspielen gemeinsam haben? Na ja: Ich durfte die 50 (deutlich) überschreiten, um erst mit dem einen, dann mit dem anderen zu beginnen.

Klavier

Blöderweise bin ich in beiden Disziplinen alles andere als ein Naturtalent. Im Gegenteil. Und da ich nicht so viel Aufwand ins Üben stecke, wie ich vielleicht müsste, sind Fortschritte nur schwer auszumachen.

Noch vor zehn Jahren hätte ich Klavier und Golf ganz schnell in der Schublade «interessiert mich doch nicht» verstaut. Jetzt bleibe ich dran. Mehr noch: Es macht sogar Spaß! Der Dank dafür geht erst mal an meine geduldigen Lehrenden: Elisabeth, Alec, Sebastian geben mir nie das Gefühl zu versagen, weil ich nur langsam weiterkomme.

Ich muss ihnen nichts beweisen, dir, euch und Ihnen nichts und mir selbst schon gar nichts. Also genieße ich, was ich tue, und freue mich von Herzen an kleinen Dingen. Das müssen nicht einmal Erfolge sein: die morgendliche, nur vom Nieselregen unterbrochene Stille auf dem Golfplatz, die glatten Klaviertasten unter meinen Fingern.

Konzentration auf das, was ich gerade tue, und das Gedankenkarussell im Kopf steht still. Aktive Meditation. Freude statt Ehrgeiz. Spaß am Kannichnich. Vielleicht muss frau dazu wirklich erst die 50 überschreiten.