Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


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Montagmorgen #100: Zwischen Komfort und Panik

Meine Freundin Karin Tscholl, die wunderbare Märchenerzählerin aus Igls bei Innsbruck, erklärt in Workshops gern, es gebe die Komfortzone, in der man nicht so viel lernt, die Lernzone, die sich nicht ganz bequem anfühlt, aber Lernen ermöglicht, und die Panikzone, wo man sich weder gut fühlt noch etwas lernt.

Ich stolpere ja gern man aus der Komfortzone heraus, oft unbeabsichtigt. Dann muss ich zusehen, dass ich vor dem Abgleiten in die Panik doch noch etwas lerne. Wenn es klappt, tun sich erstaunliche Möglichkeiten auf: Begegnungen, Erkenntnisse, Erfahrungen. Das ist schön.

Nicht so schön ist das Erschrecken, wenn ich plötzlich merke, dass ich nicht nur die Komfortzone hinter mir gelassen habe, sondern schon mit beiden Füßen in der Panikzone stehe. Würde es helfen, Schilder aufzustellen, sozusagen die Zonengrenzen zu markieren? – Ich hab da ne Theorie. Was meinst du?


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Montagmorgen #50: Nähe und Distanz

Die „Gänge“ in der Lübecker Altstadt sind Kleinode: Winzige Häuschen an schmalen Gängen, die sich hinter Einfahrten in ehemaligen Hinterhöfen verstecken. Die Häuser sind bunt bemalt, die Gänge liebevoll mit Blumen, Pflanzen, Tischen, Stühlen und Kunstwerken geschmückt, und ich habe jedes Mal, wenn ich dort bin, das Gefühl, ich betrete den privaten Raum anderer Menschen.
Mich erinnert das an Gespräche, die ich mit anderen führe – im beruflichen Kontext z. B. mit Hochzeitspaaren, denen ich ja sehr private Fragen stellen darf oder gar stellen muss, aber auch privat. Wie nah darf ich den Menschen treten? Wie intensiv darf ich in ihr Küchen-, Badezimmer- oder gar Schlafzimmerfenster schauen? Woran merke ich, ob näher kommen darf, näher kommen will?
Woran merkst du so etwas? Und was tust du, wenn jemand deine Grenze überschreitet? Hier gibt’s wieder ein paar neugierige Montagmorgenfragen für die kommende Woche.