Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten


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Montagmorgen #46: Co-Working bei der Kulturwoche

Musik, Malerei, Mündliches … die Wentorfer Kulturwoche vom 14. bis 23. Juni 2019 hat eine Menge zu bieten. Mit-Organisatorin Alexa Binnewies hatte eine ganz besondere Idee: Sie macht ihren Garten in dieser Woche bei schönem Wetter zum Co-Working-Space, und ich werde dort arbeiten.

Erzählen werde ich in dieser Woche übrigens auch. Wenn du Lust hast, Geschichten zu hören, komm doch am Donnerstag (20. Juni) um 19 Uhr ins oxhoft Weinlager an der Hauptstraße 6e und hör dir den Balladensch(w)atz an. Wir freuen uns auf dich.


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Montagmorgengeschichte. Die Dreißigste.

Und wieder: Die Bahn. Und meine Intuition. Letzten Freitag habe ich nicht auf meine Intuition gehört (mal wieder!). Die Folge: Ich war eine gute halbe Stunde später als geplant dort, wo ich hin wollte – also kein Ding! Andere Menschen hören auf ihre Intuition und retten damit Leben. Das gibt mir zu denken und ich frage mich, wie ich besser auf mich hören kann.


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Montagmorgengeschichte. Die Achtundzwanzigste.

In drei Tagen ist Valentinstag, der Tag der Liebenden. Doch was hat es eigentlich mit dem Patron dieses Tages, mit dem Hl. Valentin auf sich? Es scheint, man weiß nicht viel darüber. Trotzdem habe ich immerhin eine fast vierminütige Geschichte zusammenbekommen. Werde ich damit den Personen gerecht? Und was macht diese kleine Spontangeschichte mit dir?

Hinhören heißt immer auch „Stellung nehmen“. Die Geschichte macht etwas mit dir, ob du willst oder nicht. Im 1:1-Gespräch merkt dein Gegenüber das auch. Kann nützlich sein, muss nicht.

Wenn du dir bewusst bist, dass du auch als Zuhörerin oder Zuhörer eine Geschichte mitgestaltest, wirst du ein besserer Gesprächspartner. Viel Vergnügen beim Ausprobieren!


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Montagmorgengeschichte. Die Sechsundzwanzigste.

Nichts zu machen – es geht immer noch um Story the Future. Ich habe in der vergangenen Woche mehrere Stunden lang Interviews gehört, an einem interaktiven Workshop teilgenommen und an einer riesigen Diskussion. Einen Workshop habe ich leider verpasst und freue mich, ihn immerhin nachhören zu können. Das alles – also, außer den Live-Dingen – kannst du auch noch machen: Auf www.storythefuture.com gehen, den All-Access-Pass kaufen, und dann stehen dir die Videos bis Ende Juni zur Verfügung.

Eine Erkenntnis der letzten Woche, vor allem aus dem Interview mit Chené Swart: Es kommt aufs Wort an, und es ist wichtig, dass ich meinen Gesprächspartnern „ihr Wort“ lasse. Wenn du magst, hör rein …


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Bilder

Einer meiner ersten nördlichen Ausflüge führte mich nach Møgltønder. Die  Häuschen zitterten im Frost, der Trödelladen hielt Winterschlaf, und ich war von der Kirche so fasziniert, dass ich das Fotografieren völlig vergessen habe.

Also gestern noch einmal hin. Dieses Mal mit Kirchenfotos und der Erinnerung an den Reiseführer, der erzählt hat, dass man Kirchen mit Bildern aus der biblischen Geschichte ausgemalt hat, weil die Leute nicht lesen konnten.

Im Kirchenflur ein Grabstein. Hatte ich dänische Vorfahren oder Verwandte?

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Das Café hinter der Kirche gehört wohl zum Trödelladen gegenüber. Die Cafébesitzerin Sonia Nielsen malt.

Gerne auch Märchenmotive. Allerdings hat das Aschenputtelbild mit dem hosenlosen Prinzen, bei mir andere Assoziationen ausgelöst. Eine Schelmin, die Böses dabei denkt?

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Zeit

Nur noch eine Woche. Keine Pläne an diesem Samstag, an diesem Sonntag, mich treiben lassen, schreiben. Zurückschauen auf zehn nördliche Wochen.

Auf frostige Tage, an denen der Weg durch den kalten Flur eine Mutprobe war. Auf einen Kühlschrank, in dem immer etwas fehlte, weil ich meine Einkäufe nicht geplant hatte. Vom Vorhandensein eines Einkaufszettels ganz zu schweigen. Auf die Enttäuschung, dass das Nolde Museum in Seebüll im Februar noch Winterschlaf hält. Auf frühe Stunden, als der Wind mich weckte, auf Sonnenaufgänge, die sich langsam meinem Schlaf-Wach-Rhythmus anpassten. Auf Windräder, die sich so lange in mein Blickfeld drängten, bis ich sie nicht mehr sah und hörte. Auf Menschen, die unerwartet in mein Leben getreten sind und es unermesslich bereichert haben. Auf Schneeglöckchen und Osterglocken, auf Weidenkätzchen und Forsythien. Auf Lämmchen, die zehn Minuten lang aussehen, als würden sie die Welt gleich wieder verlassen, aber dann … Auf den Nachmittag, an dem die Sonne warm genug war, die Gartenstühle aus dem Schuppen zu holen. Auf Farben und Formen, von den ich keine Ahnung hatte, dass sie existieren. Auf Klänge und Worte, die das Mehr nähren. Auf Gerüche, die tief vergrabene Erinnerungen aufsteigen lassen.

Nur noch eine Woche. Lauter letzte Male. Wenn man im Restaurant Seebüll beim Nolde Museum aus dem Fenster schaut, sieht man kein einziges Windrad. Kein. Einziges.

Nur weil ich letzte Male hasse, werde ich die Zeit nicht anhalten.

 


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Lauschen

Seit ich im «Bardic Handbook» diese Lauschübung gelesen habe, kann man mich immer wieder mal mit geschlossenen Augen irgendwo stehen oder sitzen sehen beim Versuch, alles zu «erhören», was um mich herum Laut gibt. Wenn man glaubt, es sei ganz still, dann ist da immer noch etwas, und wenn es das Blut ist, das in den Ohren rauscht.

An einem sonnigen Frühlingsnachmittag ist es wahrscheinlich nirgendwo still, aber das, was mich empfängt, als ich über die Deichkrone komme, das klingt richtig nach Lärm. Kein Meeresrauschen. Gänsegeschnatter. Ein Konzert, das alles zu übertönen scheint, dabei sind die Tiere noch ein paar hundert Meter entfernt.

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Wie ist es wohl, wenn man mitten unter ihnen ist? Ich gehe langsam auf die Tiere zu. Sie scheinen mich gar nicht zu beachten. Dann der Moment, wo ich wohl zu nahe bin. Die erste Gruppe flattert auf, die Schreie klingen anders, ein paar hundert Flügel setzen die Luft in rauschende Bewegung. Noch sechzehn Schritte, dann starten die nächsten. Ein Stück hinter mir lassen sie sich wieder nieder, nur wenige fliegen weiter weg.

Nein, «mitten unter sie» komme ich nicht, um ihrem Geplauder zu lauschen. Da ist ein magischer, gänseloser Kreis um mich herum. Aber außerhalb davon sind sie links und rechts von mir, vor, hinter, über mir.

Augen zu. Was höre ich noch? Neue Stimmen plötzlich. Dunkler, ruhiger, «gemach, gemach» scheinen sie zu rufen, legen einen Bassteppich unter das Schnattern. Augen auf, Augen hoch. Ein Schwanenpaar, elegant, fast gewaltig. Dann sind sie auch schon weg. Es war ihnen wohl zu laut.

Ich gehe auf die andere Seite des Deichs. Vogelstimmen treten aus dem Geschnatter hervor, die Sänger hingegen bleiben verborgen. Mein Augen schauen auf den Weg, mein Kopf stimmt das Kinderlied an: Heile, heile …

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… in hundert Jahr’n ist alles weg.