Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


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Komma-Blog, Teil 6

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Diese Kommaregel, die vorerst letzte im Komma-Blog, schlage ich jedes Mal nach. Ich habe noch keine Vereinfachung gefunden, mit der man immer auf der sicheren Seite ist.

Es geht um Einschübe, also Zusatzerklärungen im gleichen Fall ohne ein Verb. Genau dieser letzte Satz, „Es geht um Einschübe …“, ist ein prima Beispiel für das, was ich meine:

Der Hauptsatz lautet „Es geht um Einschübe.“ Dazu erläutere ich näher, was Einschübe sind: „Zusatzerklärungen im gleichen Fall ohne ein Verb„. Weil das Verb fehlt, ist der Einschub kein NebenSATZ. TROTZDEM wird er mit einem Komma abgetrennt.

Der Satz ganz oben, der mit dem Miststück, zeigt, dass Einschübe meist viel kürzer sind. Wenn sie mitten im Satz stehen, werden sie vorn und hinten mit einem Komma abgetrennt. Wenn sie am Ende eines Satzes stehen, steht nur zu Beginn ein Komma und am Ende natürlich ein Punkt. Eigentlich habe ich Kommas gern, diese kleinen Miststücke.

Doch jetzt die Ausnahmen:

(1)
Kein Komma
wird gesetzt, wenn der Quasi-Einschub zum Namen gehört: Heinrich der 8. war nicht das, was frau sich unter einem liebenden Ehemann vorstellt.

(2)
Du kannst ein Komma setzen, um Berufsbezeichung und Namen zu trennen:
Eigentlich trauert der BVB seinem ehemaligen Trainer Jürgen Klopp heute noch nach.
Eigentlich trauert der BVB seinem ehemaligen Trainer, Jürgen Klopp, heute noch nach.
Das mag inhaltlich falsch sein, kommapolitisch sind aber beide Varianten richtig.

So, und jetzt schließen wir noch den Kreis zum Komma-Blog, Teil 1. Komma oder nicht?

Am Donnerstag, 10. Dezember 2015, erzähle ich Lametta-Alarm II im Bücherbergwerk Monbijou.

oder

Am Donnerstag, 10. Dezember 2015 erzähle ich Lametta-Alarm II im Bücherbergwerk Monbijou.

Viel Spaß beim Knobeln!


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Komma-Blog, Teil 5

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Die wichtigsten Kommaregeln hast du in den Teilen 1 bis 4 kennengelernt. Aber es gibt natürlich noch mehr. So ist das Komma unser Helferlein, wenn es darum geht, Gegensätze auseinanderzuklamüsern. (Warum der vorige Satz zwei Kommas enthält, weißt du schon!)

Bindewörter oder Konjunktionen weisen uns hier den Weg zum Komma. Sie treten paarweise oder allein auf. Folgende Pärchen verlangen nach einem Komma als Abstandhalter:
  • Halb zog sie ihn, halb sank er hin. (Goethe)
  • Einerseits möchte ich abnehmen, andererseits ist Schokolade viel zu lecker.
  • Je eher ich mit der Arbeit beginne, desto früher bin ich fertig.
  • Die Fahrt nach K würde nicht nur seine Sehnsucht stillen, sondern auch alte Wunden aufreißen.
  • Ob zu Lande, ob zu Wasser – Reisen ist immer eine Bereicherung.
  • Die Gäste vergnügten sich teils Karten spielend, teils plaudernd im Garten.
  • Ihr rotes Kleid  blitzte bald hinter dem Birnbaum, bald neben dem Schuppen auf.

Neben den Pärchen verlangen diese «Singles» nach einem Komma:

  • Er ist alt, aber kerngesund.
  • Sie waren schön von Angesicht, doch garstig und schwarz von Herzen.
  • Paul war mutig, allein nicht mutig genug.
  • Anita ging gerne wandern, jedoch noch lieber joggen.
  • Ich wollte nicht schlafen, vielmehr drängte es mich, mich meinem Tagebuch anzuvertrauen.
  • Sie würden nicht nur zuschauen, sondern eingreifen.

Ich wünsche dir eine arbeits-, aber auch freudenreiche Woche!


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Komma-Blog, Teil 3

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Wie versprochen schreibe ich heute über Kommas und Sätze. Leider habe ich nirgendwo eine genaue Definition gefunden, was ein Satz ist. Ich probiere es mal so: Ein Satz besteht mindestens aus einem Subjekt und einem Prädikat.

  • Peter geht.
  • Es dampft.
  • Nichts passiert.

Diese Erklärung hilft uns bei der Kommafrage. Unsere Beispielsätze sind Hauptsätze. Auch die kann man aneinanderhängen, und dann gelten fast die gleichen Regeln wie bei anderen Aufzählungen: Die Glieder einer Aufzählung werden durch Komma getrennt, wenn sie nicht durch «und» oder «oder» verbunden sind.

Peter geht, es dampft, nichts passiert.

Allerdings gibt es eine mögliche Ausnahme: Wenn zwei Hauptsätze durch «und» oder «oder» verbunden sind, kannst du ein Komma setzen. Ich finde, dieses Komma macht einen Satz übersichtlicher. Siehe oben: «Auch die …, und dann gelten …»

Wenn es Hauptsätze gibt, dann gibt es auch Nebensätze.

  • Peter geht, weil er müde ist.
  • Es dampft, obwohl das Wasser noch nicht kocht.
  • Nichts, das von Bedeutung wäre, passiert.

Du erkennst einen Nebensatz daran, dass das Verb (Tätigkeitswort) am Ende steht. Wo der Nebensatz im gesamten Satzkonstrukt steht, spielt keine Rolle: am Anfang, am Ende oder in der Mitte.

  • Wenn der Nebensatz am Anfang des Satzes steht, wird er mit einem Komma beendet.
    Das Komma steht also gleich hinter dem Verb.
  • Vor dem einleitenden Wort steht das Komma, wenn der Nebensatz am Schluss des Satzes steht.
  • Dieser Satz, der uns als Beispiel dient, zeigt den Nebensatz in der Mitte.
    Der Nebensatz beginnt mit dem Komma vor dem einleitenden Wort und endet mit dem Komma nach dem Verb.

Typische Wörter, die Nebensätze einleiten, sind: obwohl, obgleich, weil, falls, wenn, bevor, nachdem, als, dass sowie die sog. Relativpronomen der, die, das:

Das Kind, das gerne zur Schule geht, weil die Lehrerin so nett ist, wird sicher versetzt, weil es jeden Tag, bevor es mit seinen Freunden spielt, seine Hausaufgaben erledigt.

Alles klar? – Der kleine Streber im Beispielsatz weiß sicher Bescheid. Am Dienstag geht’s dann um «um zu» und Co.


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Komma-Blog, Teil 2

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Du erinnerst dich? Ein Satz besteht aus verschiedenen Teilen, den sog. Satzgliedern. Unterschiedliche Satzglieder werden nicht durch Komma getrennt.

Das legt den Schluss nahe, dass gleiche Satzglieder durch Komma getrennt werden. Das ist fast richtig! Wenn mehrere gleichartige Satzglieder auftauchen, spricht man von einer Aufzählung. Der Duden regelt, dass die Glieder einer Aufzählung durch Komma getrennt werden, wenn sie nicht durch «und» oder «oder» verbunden sind.

Alles klar? Hier ein paar Beispiele:

Otto, Lisa, Karl und Birgit fahren mit der Straßenbahn in die Stadt.

Dieser Satz hat mehrere Subjekte: Otto, Lisa, Karl, Birgit. Das «und» ersetzt das Komma zwischen «Karl» und «Birgit».

Anita reist im Urlaub ans Meer, in große Städte oder in die Berge.

Hier gibt es mehrere adverbiale Bestimmungen des Ortes: ans Meer, in große Städte, in die Berge. Wegen des «oder» kommt nach «Städte» kein Komma.

Der Abteilungsleiter, seine Assistentin und der Buchhalter prüfen, diskutieren und bewerten Protokolle, Belege und Unterschriften in Ordnern, Schreibtischschubladen oder Archiven am Monatsende, am Quartalsschluss und am Jahresende.

Inhaltlich ist das Blödsinn, aber wir finden viele Aufzählungen: Drei Subjekte, drei Prädikate (1. kursiver Block), drei Akkusativobjekte, drei Bestimmungen des Ortes (2. kursiver Block) und drei Bestimmungen der Zeit. Warum z. B. zwischen «Buchhalter» und «prüften» kein Komma steht, dürfte klar sein.

Morgen geht es um Haupt- und Nebensätze.


2 Kommentare

Komma-Blog, Teil 1

KommaNach meinem Twitter-Tipp zum Apostroph haben sich einige Leserinnen und Leser eine Erklärung zum Komma gewünscht. Ich wäre froh, wenn ich dieses Thema auch in einem kurzen Tipp abhandeln könnte. Aber «Schlag nach bei Duden» ist blöd. Drum gibt’s das Komma-Thema so kurz, wie es mir möglich ist, in einigen Blogbeiträgen. Los geht’s:

  1. Sprechen und Kommas haben nichts miteinander zu tun. Die Tatsache, dass du beim Sprechen eine kleine Pause machst, bedeutet nicht, dass du beim Schreiben an dieser Stelle ein Komma setzen musst oder darfst. Wenn dort tatsächlich ein Komma steht, steht es aus einem anderen Grund dort.
  2. Um Kommaregeln zu verstehen und anzuwenden musst du kurz an die Schulzeit zurückdenken. Dort habt ihr über die Bestandteile von Sätzen gesprochen, zum Beispiel: Otto gibt Lisa jeden Morgen in der Straßenbahn voll Leidenschaft einen Kuss.

    Das Subjekt ist das Ding oder die Person, die etwas tut. Hier: Otto
    Das Prädikat beschreibt die Aktion. Hier: gibt
    Das Dativ-Objekt zeigt an, wem etwas geschieht. Hier: Lisa
    Das Akkusativ-Objekt beantwortet die Frage „wen oder was?“. Hier: einen Kuss
    Die adverbiale Bestimmung der Zeit zeigt (ach!) die Zeit. Hier: jeden Morgen
    Die adverbiale Bestimmung des Ortes erläutert, wo etwas geschieht. Hier: in der Straßenbahn
    Die adverbiale Bestimmung der Art und Weise zeigt, wie etwas geschieht. Hier: voll Leidenschaft

    Du kannst dir merken: Zwischen unterschiedlichen Satzteilen steht kein Komma.

  3. Dann gibt es noch Haupt- und Nebensätze. Über die reden wir im dritten Teil des Komma-Blogs