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Ganz im Hier und Jetzt. Oder: Wo sind deine Fersen?

Feuchte Hände, weiche Knie, Kloß im Hals, Kettenkarussell im Bauch und Leere im Kopf – das sind Symptome eines ausgewachsenen Lampenfiebers. Vermutlich kannst du die Liste noch durch das eine oder andere Phänomen ergänzen.

Natürlich helfen ein wenig Lampenfieber, ein bisschen Nervosität, sich zu konzentrieren. Wenn’s im Bauch etwas kribbelt, nimmt man seinen Auftrag ernster und die Chance, Fehler zu machen, sinkt.

Wenn Lampenfieber aber den Kopf ausschaltet, muss man etwas tun. Die Techniken der Profis sind so vielfältig wie die Menschen. Eine Erzählkollegin beruhigt sich mit einem (einem!) Glas Rotwein, ein Kollege sucht den Kontakt zum Publikum, ein anderer braucht frische Luft, die nächste eine ruhige Ecke.

Fast alle schwören zusätzlich aufs Atmen: Stell dich auf beide Füße, atme bewusst aus, warte einen Moment, atme ruhig wieder ein. Verfolge deinen Atem, stell dir vor, wie er dich mit frischer Energie und frischen Gedanken füllt. Soweit die Klassiker.

Und dann gibt es noch den Tipp von der Therapeutin aus dem gestrigen Post: Wo sind eigentlich deine Fersen? – Wie bitte? Fersen? Wenn nicht gerade der Schuh drückt, ist die Ferse wohl der letzte Körperteil, der sich ins Bewusstsein drängt. Genau deshalb ist diese Übung so wirkungsvoll. Ich versuche, meine Fersen zu spüren. Fühle ich den Schuh? Ist es dort warm oder kühl? Stehe ich fest auf dem Boden?

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Wer „Hier und Jetzt“ zu esoterisch findet, der merkt mit der Fersenspürübung, dass „Hier und Jetzt“ etwas sehr Hand- bzw. Fußfestes ist. Und die übrigen Symptome des Lampenfiebers reduzieren sich schlagartig auf ein er- bzw. zuträgliches Maß.

Also: Wenn du vor einer Präsentation, einem Vortrag, einem wichtigen Gespräch vor Aufregung beinahe stirbst, dann such deine Fersen. Viel Glück!