Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


Hinterlasse einen Kommentar

Montagmorgengeschichte #40 -Alles neu macht der Mai?

Nie, nie, nie wollte ich Märchenerzählerin sein. Und dann haben sich die Märchen doch in mein Repertoire eingeschlichen. Herzlich willkommen, liebe Märchen! Was hat sich in dein Leben eingeschlichen und gehört jetzt ganz selbstverständlich dazu?

Interessiert dich „meine“ Kombination aus Märchen, Weisheitsgeschichten, Literatur und Sagen? Dann komm doch zum Zuhören am Donnerstag, 9.5.19 um 19.30 Uhr ins Café the Vintage in Reinbek. Ich freu mich drauf!


Ein Kommentar

Die Montagmorgengeschichte am Abend.

„Nehmen Sie sich was zu essen mit!“, riet die Dame an der SBB-Auskunft in Bern. Schließlich fuhren heute Morgen keine Züge vom Schweizer Bahnhof in Basel nach Deutschland. Mit dieser doch recht belanglosen Reisebegebenheit des heutigen Morgens wünsche ich dir eine gute, bunte Woche.


Hinterlasse einen Kommentar

Montagmorgengeschichte. Die Neunzehnte.

Was machst du eigentlich, wenn die Dinge nicht so laufen, wie du willst? Wenn Menschen nicht so handeln, wie du es dir vorgestellt hast? Meine Mutter hat mir früher immer gesagt, es sei am besten, den „Weg des geringsten Widerstands“ zu gehen. Ich fand das u-u-unmöglich. Doch dann stellte ich fest, …


2 Kommentare

Montagmorgengeschichte. Die Siebzehnte.

Kein Schwein ruft mich an. – Ist das Fluch oder Segen? Ich kenne kein überlaufendes E-Mail-Postfach und keine permanente Störung durch Anrufe. Interessiert sich wirklich keine Sau für mich? Ein paar Überlegungen …


Hinterlasse einen Kommentar

Montagmorgengeschichte. Die Sechzehnte.

Nachdem ich letzte Woche ein bisschen mit meinen handwerklichen Fähigkeiten geprahlt habe, kommt heute ein Eingeständnis meiner moralischen Schwäche. Und eine Erkenntnis.

Die Fotografin heißt übrigens Stephanie Wittmer, mein digitaler Treffpunkt zum Thema Hochzeiten in der Schweiz ist Traumich und für Hochzeiten, Reden, Geschichten und PR meine Webseite.


Ein Kommentar

Montagmorgengeschichte. Die Dreizehnte.

Einmal mehr: Wenn Dinge nicht so laufen, wie wir es geplant haben, haben wir die Chance, etwas ganz Besonderes zu erleben. „Anders“ kann auch besser, runder, facettenreicher, lebendiger, erfüllender sein. Wie ist das in dieser Woche bei dir?


Hinterlasse einen Kommentar

Montagmorgengeschichte. Die Neunte

Bodo Wartkes Gedanken zum Hambacher Wald sind übrigens auch sehr hörenswert.

Und wenn auch du das Hambi-Support-Camp unterstützen möchtest, lies einfach weiter:

Aktivist*innen werden vom 25. bis 29. Oktober in einer Massenaktion zivilen Ungehorsams die Braunkohle-Infrastruktur am Tagebau Hambach blockieren und damit den Hambacher Wald vor der Zerstörtung durch dreckigen Braunkohle-Abbau schützen. Weil es im Oktober schon recht kalt werden kann (einige Aktivist*innen werden auch über Nacht in den Blockaden bleiben) freuen sie sich über warme Schals. Diese Schals sollen rot sein, damit wir damit gleichzeitig die rote Linie bilden können, die klar signalisiert: Bis hierher und nicht weiter! Sofortiger Stopp für Kohle! Hambi bleibt! Also, ran an die Stricknadeln: Strickt Schals und schickt sie uns bis spätestens 20.10. per Post (Adresse unten) oder bringt sie direkt beim Hambi-Support-Camp in Manheim vorbei!

Helft mit, diese rote Linie zu bilden und werdet Teil des vielfältigen Protests für den Erhalt des Waldes, für den sofortigen Kohleausstieg und für Klimagerechtigkeit weltweit! Ihr könnt die Schals direkt zum Camp bringen: Hambicamp Friedensstraße 50170 Kerpen (Manheim) Infos zum Hambi-Support-Camp: https://hambacherforst.org/blog/2018/09/21/informationen-zum-hambi-camp-in-manheim/ Oder ihr könnt sie per Post zur Sammelstelle schicken: Klimavernetzung Wuppertal c/o Birgit Gladbach-Eckstein Am Elisabethheim 33h 42111 Wuppertal


Hinterlasse einen Kommentar

Zeitreisen. Vor und zurück.

BruderKlaus

Wilhelm Busch: Der unsichtbare Schäfer

Es riefen mal drei Zwerge
Vor einem hohlen Berge:
»Vater Klaus, Vater Klaus,
Wirf Hütchen heraus!«
Und eins, zwei, drei im selben Nu
Fliegt jedem Zwerg ein Hütchen zu.

Für mein Erzählprogramm „Balladensch(w)atz“ ist aus „Vater Klaus“ „Bruder Klaus“ geworden, weil ich im Wallis so manchem Bruder-Klaus-Kapellchen über den Weg gelaufen bin. Wenn man das üerhaupt so sagen kann – schließlich stehen die Kapellchen am Weg, und manchmal sogar auch ein bisschen versteckt. Als ich letztens in der Kirche in Ernen war, stand Bruder Klaus schon dort, mit seinem Stab und der Gebetskette, und schaute an mir vorbei. Aufgefallen ist er mir trotzdem. Nur, seine Einladung hatte ich immer noch nicht angenommen.

Dazu musste ich erst auf dem Rückweg von München nach Obergerlafingen Pause in St. Gallen machen. Trotz 23 Jahren in der Schweiz war ich zum ersten Mal dort. Bruder Klaus war da auch in einem Pavillon aus Holz, Stahl, Stoff – für zwei Tage bloß, als habe er auf mich gewartet!

Meine Neugier war geweckt. Als ein leiser Gong ertönt, betrete ich den Pavillon und komme in die erste aus drei dünnen grauen Vorhängen und einer Holzwand bestehenden Kammer. Ich setze mich auf den Stuhl. Noch lassen sich schemenhaft die Vorgänge auf dem Platz erkennen, ich höre nicht nur, was draußen gesprochen wird, ich verstehe es auch. Doch schon bin ich ein bisschen entrückt.

Nach dem nächsten Gong geht es durch einen Schlitz im Vorhang in die nächste Kammer. Der Stuhl „schaut“ zur anderen Seite. Die Stimmen von draußen werden leiser. Gedanken kommen. Wie lebe ich? Wie hat Nikolaus von Flüe gelebt, auf den ich noch treffen werde? Wie werden die Menschen leben, wenn sie in 100 Jahren die Kugel öffnen und die Texte aus alter Zeit lesen werden?

Gong. Dritte Kammer. Der Stuhl steht so wie der erste. Nach kurzer Zeit tritt leise eine Frau mit einem großen Korb ein. Tasche, Schmuck, Schuhe wandern hinein. Unbelastet von allem scheinbar Notwendigen soll ich reisen. Draußen beginnt es zu regnen. Hat Nikolaus von Flüe den Regen auch so gehört? Oder klang Regen damals anders? Bis zum nächsten Gong reist mein Geist 600 Jahre lang rückwärts, 100 Jahre lang vorwärts. Wie war das? Wie wird das sein? Wie wäre es, tatsächlich einen Blick werfen zu können.

Die Holzwand in der vierten Kammer ist anscheinend eine Tür. Im oberen Drittel ist eine Schlaufe aus weißem Gurtband befestigt. Tatsächlich tritt von der Seite eine Frau ein, öffnet die Tür und lässt mich in einen mit dunklem Teppichboden vollständig ausgekleideten Raum eintreten. Da steht er, aus Holz geschnitzt, auf einem Sockel. Wenn er wirklich so ausgesehen hat, hat man früher vielleicht gesagt, sein Gesicht sehe aus wie aus Holz geschnitzt. Er schaut mich nicht an, lässt sich betrachten. Wir sind beide nicht mehr in der Zeit. Ich könnte noch lange so stehen. Der Gong ertönt zu bald, die Tür öffnet sich. Die Begegnung ist vorbei.

Eine Stoffkammer, ein Stuhl, der Korb mit meinen Sachen.

Vier kleine Zellen. Ich darf mir eine aussuchen. Ein Stuhl, ein Tisch, auf dem Tisch ein DIN-A5-Block, ein Bleistift. Ich darf schreiben, so lange ich will. Mit dem letzten Strich wird der Lärm von draußen anscheinend wieder lauter. Es regnet noch immer. Mein Papier fällt in die kupferne Kugel. 100 Jahre sollst du schlafen! Ob die Spuren unserer Bleistifte auf dem Papier dann noch zu entziffern sind? Ob noch jemand unsere Handschriften lesen kann? Ob es jemanden interessiert?

Ein bisschen orientierungslos gehe ich durch den Regen. Weil ich zum ersten Mal in St. Gallen bin? Oder weil ich gerade von einer langen Zeitreise zurückkomme?

Nikolaus reist gerade durch die Schweiz. Wenn er bei dir vorbeikommt, besuch ihn doch mal. Oder reise ganz absichtsvoll hin. Es lohnt sich: http://www.mehr-ranft.ch/projekte/niklaus-von-fluee-unterwegs/