Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten


Ein Kommentar

Montagmorgengeschichte. Die Dreizehnte.

Einmal mehr: Wenn Dinge nicht so laufen, wie wir es geplant haben, haben wir die Chance, etwas ganz Besonderes zu erleben. „Anders“ kann auch besser, runder, facettenreicher, lebendiger, erfüllender sein. Wie ist das in dieser Woche bei dir?


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Auf Sand

Sylt. Ein Euro und ein paar Zerquetschte für den Durchgang zum Strand. Shoppingkaffeeproseccoschickimicki bleibt zurück. Stufen runter, und das Meer ist in der Mehrheit. Davor Sand. Sand zum Drauflaufen. So trocken, dass man einsinkt, die Körnchen füllen unweigerlich die Schuhe, dann feucht und fest, unter den Sohlen knirschen Muscheln. Schade drum, vorsichtig auftreten. Dann nass, weich, schaumbedeckt. Nasse Füße nur duch Nichthingehen zu vermeiden.

Geradeaus weitergehen, lebensmüde Idee, bis das Rauschen lauter wird als Hundegebell und Babygeschrei. Was wäre die letzte Geschichte?

Rømø. Übern Damm und immer geradeaus, nicht anhalten, wenn der Sand beginnt, aber dorthin fahren, wo die anderen auch sind. Wer an den weichen Stellen einsinkt, wird gerettet und viel Geld los. Sand ist wie Eis: Vollgas plus Handbremse gleich Pirouette. Oder abgewürgter Motor, schon okay. Aussteigen schwierig, der Wind treibt eine Sandwand Richtung Nordosten, die Körchen füllen unweigerlich den Mund, schenken der Haut eine natürliche Schälkur, zerkratzen die Brille.

Sich in den Wind legen, abgehobene Idee, bis das Rauschen lauter wird als die Handbremsenpirouetten. Wohin würde er mich tragen?

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Zukunft. Nicht für Euros zu haben, nicht mit dem schnellsten Auto zu erreichen. Was, wenn sie nicht auf Sand gebaut wäre?