Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Geschichten übers Schreiben, Erzählen, Heiraten. Und über Geschichten


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Hier ist es grau, aber …

Das, was ich hier vor dem Fenster sehe, möchte ich euch gar nicht zeigen. Es ist ziemlich grau, und auch der Busch mit seinen geradezu ausschlagenden Blättern heitert mich nicht auf. Das hat jedoch Ursula geschafft, die auf facebook heute diesen Link geteilt hat:

https://artedeablog.wordpress.com/2016/03/13/eine-kleine-geschichte-zu-den-oster-eiern/

Da wünsch‘ ich doch mal von Herzen frohes Ostereier-Bemalen!


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Ja, … aber mit Ritual

Hochzeitskarten

Zugegeben, ich habe nicht recherchiert, wie viel Prozent der Hochzeitspaare in diesem Jahr auf den kirchlichen Segen verzichtet haben. Doch meine Erfahrung im ersten Jahr als Zeremonienleiterin im Traumich-Team hat gezeigt, dass sehr, sehr viele Paare sich anstelle einer kirchlichen Trauung ein weltliches Ritual wünschen. Ein weisses Kleid, ein guter Anzug, das blaue Strumpfband, Brautstrauss, Blumenkinder, Musik und natürlich viele Verwandte und Freunde sollen den Hochzeitstag begleiten. Das „Ja“ vor dem Zivilstandsbeamten wird ergänzt durch ein „Ja“ (oder mehrere „Jas“) vor einem Zeremonienleiter, vor einer Zermonienleiterin. Viele Paare formulieren ihre Eheversprechen ganz individuell – den Morgenkaffee ans Bett zu bringen, ist ebenso wichtig wie das wortlose Einsammeln der Golfschläger nach einem Wutausbruch des Partners oder der bedingungslose Rückhalt in Veränderungen und schwierigen Zeiten.

Warum eine solche Zeremonie? – „Wir wollen unser Zusammensein besiegeln und zeigen, dass wir zusammengehören. Dazu wollen wir ein Fest feiern, das mehr ist als ein ‚rundes Geburtstagsfest‘.“ „Wir haben gemeinsam eine Menge durchgemacht, jetzt ist es Zeit, dass wir uns zu unserer Zusammengehörigkeit bekennen.“ „Wir haben schon nach der Verlobung gemerkt, dass ‚etwas anders ist‘, obwohl sich eigentlich gar nichts geändert hat. Wenn wir vor unseren Verwandten und Freunden ‚ja‘ sagen, dann hat das eine viel grössere Verbindlichkeit.“

In eine Zeremonie sind meist Rituale integriert: Ihr könnt mit euren Freunden und Verwandten Brot brechen und teilen, ihr könnt farbigen Sand in eine Glasvase schütten, ihr könnt ein Bild malen, ihr könnt über einen mit Blumen bestreuten Weg gehen oder euch mit Seifenblasen bepusten lassen, ihr könnt ganz klassisch Ringe tauschen oder, oder, oder.

Als Zeremonienleiterin begleite ich euch und eure Gäste durch die Rituale, die ihr für euch als stimmig empfindet. Und ich erzähle euch und eurem Gästen noch einmal eure Liebesgeschichte. Natürlich kann ich nur die Informationen verwenden, die ihr mir im Vorfeld gebt. Und natürlich erzähle ich nur das, wozu ich eure Erlaubnis habe. Und ihr? Ihr schaut zusammen mit euren Gästen auf die Geschichte, so wie ich sie als Aussenstehende sehe – als Märchen, als Reisebericht, als Theaterstück, als Volleyballmatch, als …. Ihr hört einmal mehr, was euch verbindet, was euch als Paar ausserordentlich und ausserordentlich stark macht. Ich wünsche euch, dass ihr daraus die Kraft schöpft, eure Geschichte weiterzuerzählen, weiterzuleben. Eure Geschichte, wie immer sie aussieht, hat einen einzigartigen Zauber. Und der kann glücklich machen.