Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


Hinterlasse einen Kommentar

Montagmorgen #72: Schneiders Späte

Als ich 50 wurde, habe ich ein Sabbatical eingelegt, um in dieser Zeit ein Buch zu schreiben. Für meine Kunden haben ich damals von Books on Demand ein Büchlein mit einigen Texten von mir machen lassen: „Schneiders Späte“. Jetzt musste ich feststellen, dass man das Buch noch immer bestellen kann, obwohl ein paar ganz üble, peinliche Tippfehler drin sind.
Noch schlimmer: Das Buch-Schreiben während des Sabbaticals hat nicht geklappt; ganz offenbar bin ich doch keine Schriftstellerin.
Nun habe ich beschlossen, den Kirschbaum – „Schneiders Späte“ ist eine Kirschsorte! – zu fällen.
Bist du neugierig? Möchtest du noch schnell ein paar Kirschen haben? Dann hast du bis Februar 2020 die Gelegenheit, das Buch zu bestellen:
Schneiders Späte und andere Familiengeschichten
Verlag: BoD – Books on Demand
ISBN: 978-3833491511
Preis: 16,20 Euro


2 Kommentare

Montagmorgen #43: Kreativität

Letzte Woche ist mir Elizabeth Gilbert, die Autorin von „Eat, Pray, Love“ quasi in Buchform begegnet. Ihre Gedanken über Kreativität haben mich zum Weiterdenken inspiriert.

Wenn du interessante Interviews, u.a. mit Liz Gilbert sehen willst, schau mal hier: https://www.creativelive.com/30-days-of-genius/seth-godin?utm_source=creativeLIVE&utm_medium=email&utm_campaign=30DogEmail2

Mein herzliches Dankeschön gilt heute neben Liz Gilbert Juliane Penner, die mir das Buch empfohlen hat, und Melina Garibyan.


6 Kommentare

Begeistert!

Vor langer, langer Zeit, vor gut einem Jahr fragte mich eine Lehrerin, ob ich sie bei einem Schulprojekt unterstützen könne. Ihre Schule führe ein Projekt «Lernfamilie» durch, in dem Schüler aus der 1. bis 6. Klasse ein Jahr lang an einem Projekt arbeiteten. Sie – als Handarbeitslehrerin – plane, mit ihrer elfköpfigen Mädchengruppe ein Buch aus Putzlappen zu gestalten. Es fehle noch die Geschichte für das Buch, und sie habe gehört, ich hätte da so einen Geschichtenbaukasten…

Stimt, ich arbeite mit dem Geschichtenbaukasten von Helga Gruschka. So entstand die Geschichte von der kleinen Malerin Pampelmus vom Nadelfluss, die ihre Bilder so gern in der Stadt im Museum zeigen wollte.

Heute, viele Monate später lag in meinem Briefkasten ein dicker Umschlag. Die Lehrerin, Jacqueline Bättig hatte auch für mich ein Putzlappenbuch gemacht. Ein Kunstwerk! … Seht selbst:


Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Meike Winnemuth,

eigentlich müsste dieser Beitrag mit «Liebe Susanne» überschrieben sein, denn die hat mir Ihr Buch «Das große LOS» nicht nur ans Herz, sondern auch auf den Tisch gelegt: «Die Frau hat ein ganzes Jahr lang jeden Monat in einer anderen Stadt gelebt. Das könnte dir gefallen.»

Ich wollte das gar nicht lesen, Meike, echt nicht. Mich würde ja doch nur der Neid packen, und ich würde wieder an all das erinnert, was mir nicht gelingt, gelungen ist, gelingen wird. Bei Jauch habe ich mich schon x-mal vergeblich als Kandidatin beworben; Selbstversuche scheitern nach drei Stunden, drei Tagen, zweieinhalb Monaten (das war die 5-2-Diät, ausgesprochen wirksam!). Solches Scheitern per Blog oder gar Buch in die Welt hinauszuschreiben, würde a) an meiner Bequemlichkeit und b) an der festen Überzeugung scheitern, dass das sowieso niemand lesen will. In dieser Reihenfolge, bitte!

Na ja, ich hab also das Buch genommen, in die Einkaufstasche gesteckt und diese in der S-Bahn liegen lassen. Nicht mit Absicht, bestimmt nicht, schließlich war das Buch geliehen. Nach exakt einem Monat meldete die Bahn, dass Tasche und Buch wider Erwarten aufgetaucht seien. Anlass für einen erfreuten Post auf Facebook. Dann der Kommentar von Steffie: «Und das inspirierende „Grosse Los“ Buch :). Ich finde nämlich schon lange, dass du was von ihr hast.»

War das etwa ein Kompliment? Ich mache mich mal ans Lesen. Mehr als einen Monat am Stück schaffe ich selten. Es gibt immer so viel zu lachen, zu weinen, zu denken. Und: Nein, ich bin überhaupt nicht neidisch. Der Schlüssel zum anderen Leben klimpert ja andauernd in meiner Kleider-, Hosen-, Rock-, Jackentasche und ich benutze ihn immer wieder. «Try. Fail. Try again. Fail better.» Beckett lässt grüßen.

Sie haben mir also, liebe Meike, einmal mehr klar gemacht, wie wertvoll, freudvoll, lebendig mein Leben ist. Dafür sage ich Ihnen und natürlich auch Susanne ein herzliches, also so ein richtig voll von Herzen kommendes Dankeschön.

Und wenn ich nach London komme, kaufe ich mir einen Morgenmantel. Wo gibt’s die schönsten?

Ihre Roswitha


Hinterlasse einen Kommentar

Gamarjoba, Roswitha!

Hättest du’s gewusst? – Gamarjoba heißt hallo. So wird man in Georgien begrüßt.
Warum ich so etwas weiß? – Weil ich ein neues Hobby habe, das fast überhaupt nicht elektronisch ist, aber ganz viel mit Kommunikation zu tun hat: Postcrossing.

Der elektronische Teil 1 von Postcrossing besteht darin, dass du dich auf www.postcrossing.com registrierst und dir Postadressen – also so richtig Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Stadt, Land – von anderen Postcrossern geben lässt.

Diesen Menschen schreibst du dann ganz konventionell eine Postkarte. Wenn deine Postkarte beim Empfänger angekommen ist und dieser die Karte registriert hat (s. u., elektronischer Teil 2), geht auch deine eigene Postadresse in den Verteiler, und irgendwann landen Postkarten in deinem Briefkasten.

Wenn du eine Postkarte in deinem Briefkasten findest, kommt der elektronische Teil 2: Du registrierst die Karte auf der Postcrossing-Plattform.

Ich habe erst vor zwei Wochen mit dem Spiel begonnen. Es sind gerade vier Postkarten unterwegs, unter anderem nach Weißrussland und Taiwan, zwei sind schon am Ziel (in Deutschland und Finnland), und die erste habe ich gerade erhalten. Da öffnet sich ein papiernes Fenster zur Welt. Ich bin gespannt, wie bunt meine Landkarte in den nächsten Wochen und Monaten wird. Wer weiß, vielleicht begegnen wir einander auch einmal im Format DIN A6??

Ach ja, und bei jedem neuen Einloggen wirst du in einer anderen Sprache begrüßt. Hallo auf kroatisch heißt bok.


6 Kommentare

Zeit

Nur noch eine Woche. Keine Pläne an diesem Samstag, an diesem Sonntag, mich treiben lassen, schreiben. Zurückschauen auf zehn nördliche Wochen.

Auf frostige Tage, an denen der Weg durch den kalten Flur eine Mutprobe war. Auf einen Kühlschrank, in dem immer etwas fehlte, weil ich meine Einkäufe nicht geplant hatte. Vom Vorhandensein eines Einkaufszettels ganz zu schweigen. Auf die Enttäuschung, dass das Nolde Museum in Seebüll im Februar noch Winterschlaf hält. Auf frühe Stunden, als der Wind mich weckte, auf Sonnenaufgänge, die sich langsam meinem Schlaf-Wach-Rhythmus anpassten. Auf Windräder, die sich so lange in mein Blickfeld drängten, bis ich sie nicht mehr sah und hörte. Auf Menschen, die unerwartet in mein Leben getreten sind und es unermesslich bereichert haben. Auf Schneeglöckchen und Osterglocken, auf Weidenkätzchen und Forsythien. Auf Lämmchen, die zehn Minuten lang aussehen, als würden sie die Welt gleich wieder verlassen, aber dann … Auf den Nachmittag, an dem die Sonne warm genug war, die Gartenstühle aus dem Schuppen zu holen. Auf Farben und Formen, von den ich keine Ahnung hatte, dass sie existieren. Auf Klänge und Worte, die das Mehr nähren. Auf Gerüche, die tief vergrabene Erinnerungen aufsteigen lassen.

Nur noch eine Woche. Lauter letzte Male. Wenn man im Restaurant Seebüll beim Nolde Museum aus dem Fenster schaut, sieht man kein einziges Windrad. Kein. Einziges.

Nur weil ich letzte Male hasse, werde ich die Zeit nicht anhalten.

 


2 Kommentare

Wut

«Was machst du da oben im Norden eigentlich? Urlaub oder was?»

Gute Frage! Es ist mehr «oder was». In der letzten Woche habe ich (auch) Artikel für ein Kundenmagazin geschrieben, am Jahresbericht einer Gesundheitsorganisation gearbeitet, mit der Übersetzung einer Biografie begonnen. Für den Blog vermutlich nicht so besonders spannend.

Und geprobt habe ich… anders als sonst. Wenn man nämlich hinter dem Café Zollhaus links abbiegt und dann so lange fährt, bis es nicht mehr weitergeht, dann kann man anschließend über den Deich laufen. Auf der anderen Seite ist ein geteerter Weg.

Da ist dann niemand. Ein paar Möwen vielleicht und andere Vögel, deren Namen ich nicht kenne. Und, wenn man dem Plakat in dem Informationsstand bei dem kleinen Parkplatz glauben darf, ganz viel Getier, das ich nicht sehen kann. Leckerbissen für all die Vögel, die hier Rast machen oder sogar brüten. Aber sonst hört niemand zu.

20160217_162818

Also erzähle ich dort. Dem Wind, dem Gras, dem Meer, den Möwen, vielleicht noch dem Autozug nach Sylt, der in der Ferne vorbeifährt. Ich erzähle von Wut. Wie sich Kain vom Dämon der Wut überwältigen ließ, von Rumpelstilzchen, das sich vor lauter Wut mittendurch gerissen hat, und von Prometheus, der so wütend auf Zeus war, dass er …

Kommst du hinhören? Freitag, 26. Februar, 19.00 Uhr im Herzkraftwerk, Budapester Straße 47 in St. Pauli. Sag schnell Bescheid: 0151 546 32027. Es kostet 15 Euro (bzw. 25, wenn du auch etwas essen und trinken möchtest).


Hinterlasse einen Kommentar

Erlesen

Erlesen

Dass man in den Berner Gassen und Gässchen merkantile Kleinode entdecken kann, ist bekannt. Seit letztem Samstag gibt es ein weiteres Juwel: Im Progr West, Speichergasse 4 hat «erlesen – Raum für gedruckte Feinkost» eröffnet.  Wenn du Freude daran hast, Texte nicht nur zu lesen, sondern auch anzuschauen, zu berühren, mit ihnen zu spielen, dich mit ihnen auf vielerlei Art auseinanderzusetzen, dann schau nach, wann du am nächsten Mittwoch-, Donnerstag-, Freitag- oder Samstagnachmittag nichts vor hast. Und dann: Nix wie hin!

Natürlich findest du «erlesen» auch im Netz: www.erlesen.org. Aber ehrlich: Das Web reicht nicht, um das neue Berner Schmuckstück zu beschreiben. Ich wünsche dir viel Spaß beim Erkunden.


Hinterlasse einen Kommentar

Komma-Blog, Teil 5

Komma_5

Die wichtigsten Kommaregeln hast du in den Teilen 1 bis 4 kennengelernt. Aber es gibt natürlich noch mehr. So ist das Komma unser Helferlein, wenn es darum geht, Gegensätze auseinanderzuklamüsern. (Warum der vorige Satz zwei Kommas enthält, weißt du schon!)

Bindewörter oder Konjunktionen weisen uns hier den Weg zum Komma. Sie treten paarweise oder allein auf. Folgende Pärchen verlangen nach einem Komma als Abstandhalter:
  • Halb zog sie ihn, halb sank er hin. (Goethe)
  • Einerseits möchte ich abnehmen, andererseits ist Schokolade viel zu lecker.
  • Je eher ich mit der Arbeit beginne, desto früher bin ich fertig.
  • Die Fahrt nach K würde nicht nur seine Sehnsucht stillen, sondern auch alte Wunden aufreißen.
  • Ob zu Lande, ob zu Wasser – Reisen ist immer eine Bereicherung.
  • Die Gäste vergnügten sich teils Karten spielend, teils plaudernd im Garten.
  • Ihr rotes Kleid  blitzte bald hinter dem Birnbaum, bald neben dem Schuppen auf.

Neben den Pärchen verlangen diese «Singles» nach einem Komma:

  • Er ist alt, aber kerngesund.
  • Sie waren schön von Angesicht, doch garstig und schwarz von Herzen.
  • Paul war mutig, allein nicht mutig genug.
  • Anita ging gerne wandern, jedoch noch lieber joggen.
  • Ich wollte nicht schlafen, vielmehr drängte es mich, mich meinem Tagebuch anzuvertrauen.
  • Sie würden nicht nur zuschauen, sondern eingreifen.

Ich wünsche dir eine arbeits-, aber auch freudenreiche Woche!


Hinterlasse einen Kommentar

Komma-Blog, Teil 4

Komma_4

Infinitivgruppen haben schon manchen zum Kommahasser gemacht. Dabei lassen sich die Regeln auf ein praktisches und merkbares Maß eindampfen. Schau hier:

  1. Die Grundform des Verbs nennt man Infinitiv: gehen, bleiben, lesen, denken, brauchen, sein …
  2. Wenn man den Infinitv um das Wort «zu» erweitert, wird daraus eine Infinitivgruppe.
  3. Wenn du die Infinitivgruppe um weitere Wörter erweiterst – ja, auch um «um» und «ohne» -, trennst du meistens das gesamte Konstrukt durch Kommas ab. Wenn die erweiterte Infinitvgruppe mitten im Satz steht, bekommt sie vorn und hinten ein Komma. Also
    Um Bücher zu lesen, setze ich mich an den Tisch. (hinter der Infinitivgruppe)
    Anna ging in die Sauna, um die Erkältung zu bekämpfen. (vor der Infinitivgruppe)
    Hans drehte sich um und verließ, ohne zurückzuschauen, sein Elternhaus. (vor und hinter der Infinitivgruppe)

Wenn du diese Kommas setzt, bist du schon ziemlich gut. Noch besser wirst du, wenn du diese Ausnahmen beachtest:

Ausnahme 1: Kein Komma wird gesetzt, wenn das Verb mit einem sog. übergeordneten Hilfsverb, also «sein»,«haben» und «werden», kombiniert ist. Ganz ehrlich, das klingt auch gar nicht nach Komma:

  • Diese Patienten sind nicht ruhigzustellen.
  • Die Mieter haben die Türen nach 18.00 Uhr abzuschließen.
  • Die Prüfung wird einfach zu bestehen sein.

Ausnahme 2: Kein Komma wird gesetzt, wenn die Infinitivgruppe unmittelbar von den Verben «brauchen», «scheinen» und «pflegen» abhängig ist.

  • Du brauchst die Blumen nicht täglich zu gießen. [Aber: Ich brauche eine Brille, um die kleine Schrift zu entziffern.]
  • Anna scheint abgenommen zu haben. [Aber: Die Sonne scheint, um uns zu erfreuen.]
  • Mein Vater pflegte nach dem Essen spazierenzugehen. [Aber: Er pflegt die Tante, um ihre Millionen zu erben.]

Wenn du alt genug bist, um dich an die Rechtschreibreform zu erinnern, oder dein Lehrer dir etwas von Kann-Regeln bei der Kommasetzung erzählt hat, dann bist du jetzt vielleicht ein bisschen verwirrt. Ist es wirklich so einfach??

Hm – jein. Es gibt Kannregeln, und die sind ganz schön umfassend. Nur: Wenn du die Regeln wie oben beschrieben anwendest, machst du nichts falsch. Bei Studis online gibt es die detaillierte Erklärung mit netten Beispielen. Vielleicht magst du reinschauen?