Erlesenes, Erlogenes, Erlebtes

Nachdenken übers Texten, Erzählen, Heiraten … Leben


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Montagmorgen #49: Timing

Manchmal kann man sein Timing beeinflussen. Manchmal ist es einfach möglich, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Manchmal nicht. Dann kann man nur dankbar sein, wenn „es“ trotzdem klappt. So wie am vergangenen Samstag…


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Hier ist es grau, aber …

Das, was ich hier vor dem Fenster sehe, möchte ich euch gar nicht zeigen. Es ist ziemlich grau, und auch der Busch mit seinen geradezu ausschlagenden Blättern heitert mich nicht auf. Das hat jedoch Ursula geschafft, die auf facebook heute diesen Link geteilt hat:

https://artedeablog.wordpress.com/2016/03/13/eine-kleine-geschichte-zu-den-oster-eiern/

Da wünsch‘ ich doch mal von Herzen frohes Ostereier-Bemalen!


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Fundstück

Norden ist, wenn man trotzdem rausgeht? In den letzten vier Tagen ist mir das schwergefallen. Es gab Augenblicke, an denen die Sonne durch die Wolken oder an den Wolken vorbei schien und die ganze Landschaft in ein Zauberlicht tauchte. Bis ich dann Jacke und Stiefel anhatte, war’s schon wieder vorbei.

Aber letzten Sonntag, da sah es richtig nach Frühling aus und duftete auch so. Carola hatte gesagt, kurz vor Ballum könne man wunderschön am Strand laufen. Also hin. Und feststellen: Carola hat recht.

Ich bin wohl eine gute Stunde Richtung Norden gelaufen, habe irgendwann der Fähre da draußen zugeschaut, ein riesiges weißes Etwas vor grauem und sandfarbenem Hintergrund. Dann habe ich mich mit leisem Bedauern wieder auf den Rückweg gemacht.

20160228_154701 Das Meer flutete gerade von seiner Ebbepause zurück. Sanft war es und leise, und doch schwatzte es die ganze Zeit vor sich hin wie ein Kind, das versonnen eine Geschichte erfindet. Meine Ohren lauschten, meine Augen entdeckten ein Stück entfernt weiter oben auf dem Strand einen schwarzen Rücksack. Daneben suchte eine schwarz gekleidete Gestalt anscheinend systematisch den Sand ab. Ein großes Kind? Ein junger Mann?

Weder noch. Beim Näherkommen erkenne ich, dass es eine Frau ist, in meinem Alter vielleicht, die sich immer wieder bückt, etwas aufhebt, anschaut, wieder weglegt. Als ich in Hörweite bin, richtet sie sich auf: „Hei!“ (Oder „hej!“?) Mein „Hei“ ist anscheinend akzentfrei, denn ein Schwall warmer, dänischer Wörter empfängt mich. „Ich kann leider kein Dänisch.“ – Völlig egal. Die Frau kann Deutsch, wie anscheinend alle Dänen hier.

„Schauen Sie, was ich gefunden habe. So etwas habe ich hier noch nie gesehen, und ich suche hier wahrlich oft nach interessanten Dingen.“ Das Ding, das sie mir entgegenstreckt (und das ich natürlich nicht fotografiert habe!), sieht auf den ersten Blick aus wie ein leicht zerdrücktes, kurzes Stück Plastikrohr, sieben Zentimeter lang, vier Zentimeter im Durchmesser, elfenbeinfarbig. Bei näherem Hinsehen sicher kein Plastik, und auch kein Rohr. Es sieht aus, als steckten im Inneren lauter Strohhalme aus dem gleichen Material. „Das sieht aus wie ein Stück Stoßzahn von einem Walross“, erklärt mir die Frau. „Das kommt ins Museum, auf jeden Fall.“ Ich weiß noch nicht, dass Walrosse in der Arktis wohnen – also ziemlich weit weg von hier, und freue mich von Herzen mit ihr über den Fund.

Später beschließe ich mit Elke und Barbara, dass ich am 22. März im Zollhaus Café von starken Frauen erzählen werde. Da müsste ich diese Frau eigentlich einbauen …